Teil eines Werkes 
9. Band, Die von Hohenstein : Roman : 3. Band (1867)
Entstehung
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216 8 Die von Hohenſteill.

Ambroſius rieb ſich die Hände vor dem Feuer und fuhr ärger⸗ lich fort:Ich habe nicht lange Zeit. Meine arme Nichte iſt, ſeit⸗ dem der Münzer befreit iſt, in einem Fieber von Aufregung und heute Abend iſt es ſchlimmer, als je. Ich möchte nicht länger, als nöthig iſt, von Hauſe ſein. Na, wird's?

Lieber Ambroſius, ſagte der Alte,ich will katholiſch werden.

Ambroſius ſprang von ſeinem Stuhle auf.

Hole Sie der Teufel, rief er;geht die alte Litanei von vorne an. Hören Sie, Herr, ich habe Ihre Narrenspoſſen nun ſatt. Ich ſage Ihnen noch einmal und zum letzten Mal, daß ich von dieſem Unſinn nichts mehr wiſſen will. So oft Sie Ihr böſes Gewiſſen plagt, wollen Sie katholiſch werden. Als Sie im Gefängniſſe ſaßen, haben Sie es auch gewollt; der Erzbiſchof hat ſich faſt die Finger Ihretwegen abgeſchrieben, und als man Sie hernach herausließ, lachten Sie ſich in's Fäuſtchen. Meine Schuld iſt es nicht, daß man Sie nicht gehängt hat. Ich habe um Ihnen doch einmal reinen Wein einzuſchenken den anonymen Brief an den Oberſtaatsanwalt geſchrieben, denn der Balthaſar, der arme Schelm, hatte mir ſchon früher geſagt, wo der Jürgens begraben lag. Ich habe den Brief geſchrieben, weil ich überzeugt bin, daß Sie den Jürgens todt ge⸗ ſchlagen haben; ja, ja, machen Sie mir ſo giftige Augen, wie Sie wollen. Sie haben ihn todt geſchlagen; die alte Vettel, die Schmal⸗ hans, mag geholfen haben; aber der eigentliche Todtſchläger ſind Sie. Nun wiſſen Sie meine Meinung.

Die Mumie zitterte vor Angſt und Wuth.

Und wenn ich ihn todt geſchlagen habe, was will man mir thun? Sie haben mich freigeſprochen. Niemand kann wegen der⸗ ſelben Sache zweimal vor Gericht gefordert werden.

Nun, ſo ſeien Sie doch zufrieden! Wenn Sie von dem Men⸗ ſchen nichts zu fürchten haben vor dem Teufel fürchten Sie ſich, ſo viel ich weiß, nicht.

Doch, ſagte die Mumie;doch Pfarrerchen, ich fürchte mich; nicht jetzt, aber in der Nacht. Ich habe in der Nacht ſo böſe Träume; und ſehe, wenn ich wachend im Bett ſitze, ſo ſchreckliche Geſichter; und darum will ich katholiſch werden, Pfarrer; ich will's mich auch