Teil eines Werkes 
9. Band, Die von Hohenstein : Roman : 3. Band (1867)
Entstehung
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Dritter Band.

do S

Jean, lieber Jean.

Ich bin noch hier.

Aha! Jean, wo iſt der Advocat, der die Contracte für die jungen Eheleute gemacht hat?

Er arbeitet oben.

Weißt Du, woran er arbeitet, Jean?

Was geht das mich an?

Er macht mir ein neues Teſtament; Du wirſt auch darin be⸗ dacht, Jean; kriegſt fünfhundert Thaler, wenn Du mich bis an mein Ende gut behandelſt.

Das glaube ich nicht.

Sollſt es ſelbſt leſen; ſollſt es ſelbſt unterſchreiben.

In dem grauen Fuchsgeſicht des Kammerdieners zuckte es eigen⸗ thümlich; er warf einen unruhigen Blick auf die Fenſter, durch welche die Nacht ſchwarz hereinſah, und blickte dann wieder auf die Mumie herab, die vor ihm nickte und meckerte. Dann ſah er nach der Uhr, die auf dem Sims des Kamins ſtand und auf halb Zehn wies. Seine Unruhe ſchien ſich zu vermehren; er ging in dem Zimmer hin und her; es hatte bereits zweimal an die Thür geklopft, und der Alte ungeduldig Jean, Jean! gerufen, bevor er ging und öffnete.

Es war der Pfarrer Ambroſius, der in gewohnter Weiſe raſch hereintrat, bis dicht an den General heranſchritt, mit dem dicken Stock auf den Teppich ſtampfte und in rauhem Tone ſagte:Da bin ich.

Aha, ſagte die Mumie, mit Mühe den Kopf etwas nach oben wendend:iſt der liebe Pfarrer Ambroſius. Verlaß uns, Jean, und wenn ich klingle, geh' hinauf zum Herrn Notar, und bitte ihn, zu mir zu kommen; er wird bis dahin wohl fertig ſein.

Jean verließ mit einem ſchiekenden Blick auf den Pfarrer das Zimmer. Ambroſius rückte ſich einen Stuhl an die Seite des Alten vor den Kamin und ſagte:

Was wollen Sie denn ſchon wieder einmal von mir? Und warum ſchicken Sie denn immer zu ſo ungelegener Zeit? Wenn ich nicht gerade unten im Dorf zu einem Sterbenden gemußt hätte, ſo

hätte Sie der Teufel beſuchen mögen, nicht ich. Was wollen Sie denn?