Teil eines Werkes 
9. Band, Die von Hohenstein : Roman : 3. Band (1867)
Entstehung
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22 Die von Hohenſtein.

ehrlicher Kerl bin und daß Sie notoriſch gern mit mir tanzen und daß es ſich in meinem neuen Brougham ausgezeichnet fährt.

Das Kind war durch dieſe mit allen Zeichen großer Verwirrung vorgetragenen Rede in einen ſolchen Schrecken verſetzt, daß ſie, einer halben Ohnmacht nahe, in ihren Fauteuil zurückſank und das Taſchentuch vor das Geſicht drückte.

Der ſcharfſinnige Baron glaubte dies für ein nicht ungünſtiges Zeichen halten zu dürfen. Er ließ ſich deshalb an dem Fauteuil auf ein Knie nieder und rief, die eine herabhängende ſchöne Hand ergreifend:

Aurelie, himmliſche Aurelie, ſagen Sie mir, daß Sie morgen in meinem Brougham mit mir die nöthigen Viſiten machen wollen? Ich will auch den Rappen vorſpannen laſſen, obgleich das Thier effectiv zu gut dazu iſt.

Aurelie wurde durch dieſen Beweis aufopfernder Zärtlichkeit ſo gerührt, daß ſie ihre Arme um den Halskragen des Dragonerlieutenants ſchlang und ihn feurig und zu wiederholten Malen auf das zierliche ſchwarzgefärbte Schnurrbärtchen küßte.

Engel! lispelte der Dragonerlieutenant.

In dieſem Augenblick wurde die Thür geöffnet und die Präſidentin erſchien mit ihrem Gemahl auf der Schwelle.

Stillfried von Willamowsky ſprang auf ſeine Füße, ergriff die Hand der jungen Dame, führte ſie den Eingetretenen entgegen und ſagte:

Gnädige Frau Herr Präſident meine Braut, wenn Sie erlauben.

Aber mein Gott, ſagte der Präſident,wie hat ſich denn das ſo ſchnell

Kommen Sie in meine Arme, lieber Sohn, ſagte die Prä⸗ ſidentin, den glücklichen Bräutigam an ihren mütterlichen Buſen

ſchließend.