Teil eines Werkes 
9. Band, Die von Hohenstein : Roman : 3. Band (1867)
Entstehung
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16 Die von Hohenſtein.

Stadt gelangte, daß ihr Gatte, der Schulmeiſter Schmalhans auf dem Dorfe Rheinfelden, deſſen Zeugniß jetzt von der höchſten Wich⸗ tigkeit war, ſeit einigen Tagen vermißt werde. Man wußte, daß dieſer Mann früher in großer Gunſt bei dem alten General geſtan⸗ den, in ſo großer Gunſt, daß er gewürdigt wurde, der Gatte der Maitreſſe des Gebieters zu werden. In dieſer wenig ehrenvollen Stellung hatte der Mann lange Jahre ſcheinbar als der ſchweigende Dulder des an ihm verübten Unrechts in Rheinfelden vegetirt; wäh⸗ rend er jetzt freilich durch ſein Verſchwinden in die Rolle eines Mit⸗ ſchuldigen, zum wenigſten eines Mitwiſſers der auf dem Schloſſe ver⸗ übten Unthat, oder vielmehr Unthaten eintrat. Zum wenigſten war das die einzige Erklärung für das Schickſal, das ihn ſo jäh ereilt. Daß man ihn ermordet hatte, um den unbequemen Zeugen los zu werden, war die allgemeine Annahme. Es ſtellte ſich heraus, daß ſeine Frau an demſelben Tage, an welchem er zum letzten Mal ge⸗ ſehen wurde, in Rheinfelden geweſen war, und Vorübergehende woll⸗ ten die keifende Stimme der Frau durch die geſchloſſenen Läden der Schulmeiſterwohnung gehört haben.

Dieſer Zwiſchenfall brachte die ſo ſchon erhitzte Phantaſie des Publikums auf den Siedepunkt. Und jetzt erfuhr man auch, weshalb der arme Schulmeiſter ſich ſo ſchnell aus der Welt hatte trollen müſſen. Er war der Einzige, welcher mit Beſtimmtheit die Stelle in dem Park von Rheinfelden, auf welcher die Ermordeten eingeſcharrt worden waren, anzugeben wußte. Es war eine heilloſe Geſchichte. Die guten Rheinſtädter waren ganz außer ſich darüber, nebenbei aber auch nicht wenig ſtolz darauf, daß auch ſie, nach dem Vorgang anderer großer Städte, ihr Schauerdrama hatten.

Für die Familie Hohenſtein war dieſes Drama eine Calamität, deren Tragweite man gar nicht abſehen konnte. Zwar ging der Mo⸗ narch in ſeiner Gnade ſo weit, den Präſidenten durch den Mund des Oberpräſidenten und den Obriſten durch den Mund des commandiren⸗ den Generals, verſichern zu laſſen, daß er ſeiner treuen Diener in ihrem unverſchuldeten Unglück nicht vergeſſen werde; zwar veeiferten ſich, als dies bekannt wurde und dafür, daß es bekannt wurde, ſorgten die Betroffenen ſchon alle ihnen geſellſchaftlich, oder dienſt⸗