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2 Die von Hohenſtein.
die in's Haus kämen, ohne Unterſchied in ihre Netze zu ziehen ſuchte.— Aus der kleinen Quelle dieſer harmloſen Neckereien war dann ſchließ⸗ lich die Thränen⸗ und Redefluth hervorgebrochen, deren hochgehende Wogen bis an den Arbeitstiſch des Präſidenten drei Zimmer weiter gerollt waren.
Der Präſident öffnete eben den Mund, um ſeine Rede mit einem leiſen:„Aber, Kinder“— zu beginnen. Fräulein Aurelie kam ihm zuvor.
„Ich weiß Alles, was Du ſagen willſt, Papa!“ rief ſie,„und weil ich doch, wie gewöhnlich, Unrecht bekommen werde, ſo ſehe ich
nicht ein, weshalb ich mich hier in Gegenwart meiner jüngeren Schweſter
ausſchelten laſſen ſoll.“
Und Fräulein Aurelie warf mit einer Miene, die ſehr wenig von kindlicher Ehrfurcht hatte, den Kopf in den Nacken und eilte zum Zimmer hinaus, die Thür, nicht ohne eine gewiſſe Heftigkeit, hinter ſich zuſchlagend.
„Sehr artig von Fräulein Aurelie;“ ſagte Camilla, der Ent⸗ eilenden ſpöttiſch nachſchauend.
„Du ſollteſt Dich aber auch in Deinem S mehr zuſammen⸗ ſagte der Präſident mit ſanftem Vorwurf.
„So?“ ſagte Fräulein Camilla;„jetzt ſoll ich wohl die Schelte haben, die Aurelie verdient hat— ich danke dafzir.“
Und die junge Dame entkrnte ſich durch eine zweite Thür, mit einer Miene und einer Haltung, im Vergleichsmit welchen das Be⸗ nehmen Aureliens geradezu fein und ehePn werden mußte.
Die glücklichen Eltern blickten ſich einarer verlegen an.
„Ich fürchte, wir haben die Kinder v etwas verwöhnt;“ ſagte der Präſident.
„Dein Vorwurf gegen das Kind wa ſaber auch h ungerecht.“
„Ich möchte doch den Tag erleben, 4. Du mir ein Mal gegen die Kinder Recht giebſt.“—
„Wenn Du Unrecht huſtlun 4.di For Rech eben.“
Joli blickte von ſeiges Lager auf, 35 es Ber werth ſei, ſich an dem neuen Strit zu betheiligen Da et aber außer ſeiner Herrin nur noch den Pröſntpten in dem Zimmer ſah, hielt er die


