Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

hbcb

. 250 Die w

den Sohn für den Vater und den Krauskopf da für meine Mar⸗ garethe nehmen ſo ſtimmt ja Alles noch ſo erträglich. Stoßt an, Kinder! darauf, daß die Alten jung blieben und die Jungen ſich an den Alten ein Beiſpiel nehmen.

Die Gläſer klangen an einander und Holm hielt eine Rede in Herametern; aber Wolfgang hörte nicht viel davon. Die harmloſe Fröhlichkeit dieſer guten Menſchen war wie ein Vorwurf für ihn. Sie durften fröhlich ſein! Sie hatten ſich nichts vorzuwerfen; ihr Leben, ihr Streben war ſo klar und hell, wie ihre Augen; ſie brauch⸗ ten nicht Ja zu ſagen, wo ſie Nein dachten.

Eine immer größere Unruhe bemächtigte ſich des jungen Mannes; es war ihm, als ob inmitten dieſer lachenden Geſellſchaft ihn ein ſchweres Unglück treffen müßte; und er fuhr zuſammen, als das Mädchen hereintrat, zu melden, daß draußen des Herrn Lieutenants Burſche ſei, der den Herrn Lieutenant zu ſprechen wünſche. Mit hochklopfendem Herzen ging er hinaus; ein Blick in das Geſicht des gutmüthigen Burſchen genügte, ihm zu ſagen, daß es eine ſchlimme Botſchaft ſei, die er jetzt hören würde.

Was giebt's?

Ein Billet, Herr Lieutenant, von dem Herrn Stadtrath.

Mit zitternden Händen erbrach Wolfgang das Billet und las beim Schein der Hauslampe:Komm ſogleich nach Haus, Wolfgang; die Mutter iſt ſehr krank geworden.

Dein unglücklicher Vater.

Wo willſt Du hin? fragte Onkel Peter, der ihm gefolgt war.

Die Mutter iſt ſehr krank

Ich komme mit Dir einen Augenblick; ich will nur denen drinnen Beſcheid ſagen.

Onkel Peter trat wieder in's Zimmer und theilte ſo ruhig als er vermochte, die Nachricht mit.Es wird wohl nichts zu bedeuten haben; aber ich will doch zu meiner und Eurer Beruhigung mitgehen.

Einen Augenblick darauf waren die beiden Männer auf der Straße und eilten durch die Nacht dahin. Keiner von ihnen ſprach

ein Wort. Was ſollten ſie ſich mit einer Hoffnung belügen, die ſie

nicht hatten.