Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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3e B

ſchwellenden Kiſſen zurückgelehnt! wie läſſig hatten die fetten weißen Hände mit den langen Ohren des Schvoßhundes geſpielt! wie oft hatte die Arbeit der jungen Damen geruht, wenn man Arbeit nennen konnte, was nicht weniger leichtfertig betrieben wurde, als das Klim⸗ pern auf dem Flügel, oder das Blättern in den goldgeränderten Gedichtſammlungen, oder das Gekritzel in den Albums, bei dem es alle Augenblicke hieß:Ach, Kettenberg, das müſſen Sie aber zeichnen, das kann ich nicht!

Wolfgang wurde es ganz heiß bei dieſer Erinnerung; er ſtand von dem Sopha auf.

Du willſt doch nicht weg, Wolfgang? ſagte Tante Bella, über ihre Brille lugend.

Es wird ſpät, ſagte Wolfgang.

Papperlapapp! fagte Tante Bella.

Vielleicht wird Wolfgang anderswo erwartet; ſagte Ottilie.

Wolfgang ſetzte ſich wieder hin.

Ich werde nirgends erwartet.

Da ertönten draußen auf der Gallerie Schritte mit gelegentlichem Aufſtampfen eines derben Stockes.

Der Onkel und der Doctor! rief Ottilie, ſich eilig erhebend, um die Thür zu öffnen.

Guten Abend, Ihr Herren!

Seid mir gegrüßt, vielliebliche Maid! ſcandirte Pr. Holm, und dann, Wolfgang erblickend, fuhr er ohne Unterbrechung fort:Und trefflicher Jüngling, blinkend von glänzendem Erz! fürwahr: ich ſtaune dem Anblick; denn ſehr lange entfernt von den Deinigen hielt Dich die Moira. Auch Ihr ſeid mir gegrüßt, Belliſſima, treffliche Tante. Gönnt mir, daß ich am wärmenden Herd in die Aſche mich ſetze.

Wollen Sie nicht lieber einen Stuhl nehmen? ſagte Tante Bella.

Auf denn, führet den Fremdling zum ſilbergebuckelten Seſſel! ſagte Holm, ſich behaglich in die Sophaecke ſinken laſſend, aus der Wolfgang aufgeſtanden war, um den Onkel zu begrüßen.

Onkel Peter hatte die letzte Begegnung mit ſeinem Neffen hier in dieſem Zimmer vor nun faſt einem Jahre nicht vergeſſen, und die Erinnerung an ſeine damalige Unfreundlichkeit trug nicht wenig zu