Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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234 Die von Bohenfteih Aerger auslaſſen könnte; ich wollte, ich hätte ſo einen Jungen! Früher habe ich wohl manchmal geglaubt: der Wolfgang könnte es einmal werden, wenn ſein Vater, dem ich kein langes Leben gab, ſtürbe, und der Junge mit ſeiner Mutter allein und verlaſſen ſtände in der Welt. Nun aber iſt der Burſch ein vornehmer Mann geworden, Officier, gerade wie damals ſein Vater war, nur daß er geſcheidt genug iſt, ſich unter ſeines Gleichen nach einer Frau umzuthun und die windige Lieutenantszage mit der Erbſchaft des Alten auf Rhein⸗ felden aufzubeſſern. Freilich gegen das letzte Item hätte der Herr Vater auch wohl nichts gehabt, und daß er eine Mesalliance einge⸗ gangen iſt, hat er bitter genug bereut. Hole der Teufel dieſe Hohen⸗ ſteins! Sie ſind der Fluch meines Lebens geweſen.

Aber Onkelchen, ſagte Ottilie;wie heftig und ungerecht Du nun wieder biſt! haſt Du nicht ſelbſt geſagt, daß Wolfgang ſich neu⸗ lich gegen Dich ſo brav benommen habe! haſt Du denn das ſchon wieder vergeſſen?

Ach was! ſagte Onkel Peter ärgerlich;ich hab' es nicht ver⸗ geſſen, aber er hat's vergeſſen, ſonſt würde er wohl einmal in dieſen vier langen Wochen hereingeſchaut und gefragt haben:wie geht's Onkel? iſt Dir's nicht ſchlecht bekommen? oder dergleichen. Das hätte er trotz ſeiner Lieutenantsepauletten immer thun können. Ich habe den Burſchen ſo lieb gehabt; ich könnte fuchswild werden, wenn ich denke, daß er nun auch ſo ein ruhig, Peter, ruhig! Da ſitze ich und ſchwatze und habe noch wer weiß wie viel zu thun. Adieu, Mädel! in einer Stunde komme ich wieder. Da ſollſt Du mir was vorſpielen und ſingen. So la la. Adieu, Kind!

Sechsundzwanzigſtes Capitel.

Onkel Peter ging aus der Stube; Ottilie blieb in dem Erker ſitzen, öffnete das Fenſter und ſchaute durch den Epheu auf die Gaſſe, in welcher der Abend bereits zu dämmern begann. Obgleich es erſt