Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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Die don Hohenſtein.

Wenn Tante Bella ein weniger ehrliches Gemüth geweſen wäre, ſo würde ſie vielleicht die Bedingung, welche Dr. Holm ſtellte, Nie⸗ mandem, und am wenigſten ihrem Bruder Peter die Details der zwiſchen ihnen getroffenen Verabredungen mitzutheilen, ſtutzig gemacht haben.Schmitz verſteht von dieſen Dingen nichts, hatte Holm ge⸗ meint,und ſo braucht er auch die Einzelheiten unſeres Vertrages nicht zu wiſſen. Er wird vielleicht finden, daß ich mit zwölf Thalern mo⸗ natlich meine Zimmer zu theuer bezahle; aber mir ſind ſie ſo viel werth und ich habe früher für nicht viel beſſere Räume noch einmal ſo viel gegeben. Ebenſo wird er zwölf Thaler für den Mittagstiſch für zu viel erachten und Sie ſagen ja ſelbſt, daß Sie es billiger thun könnten; aber ich würde glauben zu verhungern, wenn ich nicht einmal ſo viel für meine leiblichen Bedürfniſſe ausgeben dürfte, und ſo laſſen Sie mir wenigſtens die Illuſion, wenn Sie auch wirklich einmal ein Kaſtemännchen übrig haben ſollten. Rechnen Sie noch zwölf Thaler für Frühſtück, Abendbrod, Heizung und ſo weiter, ſo werden Sie Ihre liebe Noth haben, an mir keinen Schaden zu leiden, und ich kann der Zukunft mit ruhigerer Seele entgegenſehen.

Tante Bella hatte in ihrem Leben noch nie gelogen und glaubte

Dr. Holm auf das Wort; ja ſie ſchlug die Hände über den Kopf zu⸗ ſammen bei dieſem Einblick in das Junggeſellenleben, das ſie ſich immer ſehr koſtſpielig, aber denn doch nicht ganz und garals eine Räuberhöhle vorgeſtellt hatte, wie es ihr jetzt nach den ſtatiſtiſchen Angaben des Dr. Holm erſchien. Wie würde die gute Dame erſtaunt geweſen ſein, wenn ſie erfahren hätte, daß ſie auf das Gröblichſte getäuſcht und daß ihr Schützling niemals theurer, aber ſchon ſehr oft billiger gelebt hatte, als in dem Hauſe in der Ufergaſſe, daß Alles nur eine Spiegelfechterei des braven Journaliſten war, um Peter Schmitz mißlichen Verhältniſſen in einer unſchuldigen und dennoch ſehr wirkſamen Weiſe zu Hülfe zu kommen! Tante Bella würde bei dieſer Entdeckung an allem Heiligen, vielleicht auch daran verzweifelt ſein, daß das verſtümmelte Wappen über der Hausthür wahr und wahrhaftig das Wappen der Schmitz'ſchen Familie ſei.

Und doch that der guten Dame dieſer Glaube an den einſtigen patriciſchen Glanz ihrer Familie jetzt mehr als je noth, jetzt, wo der