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Zweiter Band. 227
es auch künftig zu werden, wenn— doch laſſen Sie uns davon ab⸗ brechen. Ich habe einen Auftrag für Sie— von der Partei.“
„Endlich,“ ſagte Wolfgang,„es kränkt mich längſt ſchon, daß man mir kein größeres Vertrauen ſchenkt.“
„Sie ſollten dafür dankbar ſein, lieber Wolfgang. Man zweifelt weder an Ihrem guten Willen, noch an Ihrer Einſicht, noch an Ihrem Muth; aber man will Sie— auf meinen ſpeziellen Wunſch— nicht in die ſchiefe Lage bringen, ſich unnöthigerweiſe mit Geheim⸗ niſſen ſchleppen zu müſſen, die man Ihnen gelegentlich auf Ihr Ehren⸗ wort abfordern kann. Wenn die Zeit zum Handeln kommt, wird das Alles mit einem Schlage anders werden; vorläufig handelt es ſich nur um eine diplomatiſche Miſſion.“
„Und die beſtände worin?“
„Sie wiſſen, daß Münzer, ſeit dem Eingehen des Volksboten
und ſchon ſeitdem er nach der Reſidenz ging, mit Ihrem Onkel Schmitz, mit Dr. Holm und jener ganzen Partei ſo gut wie zerfallen iſt. Ich halte das, wie die Sachen liegen, für ein großes Unglück; die Partei muß zuſammenhalten, oder wir ſind unrettbar verloren. Das habe ich von vornherein geſehen und mich bemüht, die eutente cordiale wieder herzuſtellen; leider bis jetzt ohne Erfolg. Münzer in ein ſtarrer, eigenwilliger Charakter; Ihr Onkel Schmitz ſcheint nach Allem, was ich von ihm höre, von demſelben Kaliber. Dieſe Charakter⸗ eigenthümlichkeit trennt ſie mehr, als ihre Meinungsdifferenzen, die im Grunde gar nicht ſo bedeutend ſind. Trotzdem iſt es ſo weit ge⸗ kommen, daß wir mit jenen Männern und ihrem höchſt bedeutenden Anhang außer allem Conner ſind. Da ſollen Sie uns nun helfen, nicht durch directe Vermittelung, ſondern vorläufig nur dadurch, daß Sie uns über die Stimmung in der Ufergaſſe Nachricht bringen. 5 Sie können dabei natürlich ganz offen zu Werke gehen: eines Hinter⸗ haltes bedarf es gar nicht. Wollen Sie uns den Gefallen thun?“
„Von Herzen gern,“ ſagte Wolfgang;„ich hatte heute ſo die Abſicht, dem Onkel endlich einen Beſuch zu machen. Endlich! nach unſerm Rencontre auf der Wache, von dem ich Ihnen erzählte, ſind ſchon wieder vier Wochen vergangen. Sie ſehen, welch' thatkräftiger Menſch ich bin.“
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