Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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Zweiter Band. 199

die ihm verwehren wollte, mit ein paar Nachbarn auf der Straße zu ſprechen. Das iſt allerdings vielleicht ein wenig wunderlich; aber, wie geſagt, die Sache iſt nicht zu ändern, und ſo thu' denn, was Deines Amtes iſt. Soll ich vielleicht in Ketten gelegt? oder lieber gleich erſchoſſen werden?

Mit Onkel Peters erzwungener Ruhe war es längſt vorbei; er ging, ſeiner Gewohnheit gemäß, mit raſchen kurzen Schritten in dem Gemache auf und ab, und blieb bei den letzten Worten mit auf der Bruſt gekreuzten Armen vor Wolfgang ſtehen.

Ich glaube, Onkel, erwiderte Wolfgang mit traurigem Lächeln, die Sache wird eine weniger tragiſche Wendung nehmen, wenn Du mir erlaubſt, daß ich Dich aus dieſem Raume und aus der Citadelle hinausbegleite. Du ſollſt nicht einen Augenblick länger, als Du willſt, hier zu bleiben haben.

Ich will aber hier bleiben, junger Herr, ſagte Onkel Peter; ich will ſehen, wie weit dieſe elende Säbelherrſchaft ihre Frechheit treiben wird; ich will nicht der Spielball einer Willkür ſein, die einen freien Bürger wie einen Dieb aufgreift und in ein dunkles kaltes Loch wirft, ohne Verhör und Urtheil, und ihn hernach wieder laufen läßt, wenn es ihr beliebt. Ihr habt die Gewalt; wir haben das Recht; wir wollen ſehen, wer es am längſten treibt.

Aber, Onkel, wenn Du nicht mit meiner peinlichen Lage Mit⸗ leid haſt, wenn Dir meine Mutter, die ſich über dieſen Vorfall un⸗ ſäglich grämen würde, nichts mehr gilt ſo denke doch wenigſtens an die Deinigen zu Hauſe! Denke an die Tante, die ſchon jetzt vor Angſt über Dein langes Ausbleiben vergehen wird! Denke an Ottilie, die mit ſo großer Liebe an Dir hängt und untröſtlich ſein wird, wenn ſie hört, was Dir begegnet iſt.

Die Erwähnung Ottiliens ſchien mehr als alles Andere auf Onkel Peter Eindruck zu machen.

Iſt auch wahr, ſagte er;habe wahrhaftig in meinem Aerger an das arme Kind gar nicht gedacht. Du haſt eine große Freundin an dem Mädel, Wolfgang. Sie hat mich weidlich geſcholten, daß ich Dich an dem Abend, als Du zu uns kamſt, ſo barſch angelaſſen

habe; aber ich war in hellem Zorn, wie ich es auch jetzt war, als

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