190 Die von Hohenſtein.
alten Gerumpel. Aber wir müſſen fort, Hochwürden! Sie ſchließt jetzt die Fenſterläden nach dem Hofe hinaus; wir müſſen die Zeit benutzen.“
„So laſſen Sie uns machen, daß wir fortkommen,“ ſagte der Pfarrer,„ich habe wahrhaftig nichts dagegen.“
„Aber Ihr kommt wieder, Pfarrer, nicht wahr, Ihr kommt wie⸗ der?“ ächzte das Geſpenſt, das, in weiten Filzſchuhen hinter den Bei⸗ den herſchlurfend, die Krallenfinger in des Pfarrers Rockſchöße ſchlug.
„Wir wollen ſehen,“ ſagte Ambroſius,„aber ich glaube nicht, daß ich Ihnen helfen kann.“
„Ich will Euch gern mein halbes Vermögen geben, wenn Ihr mich katholiſch macht, ſo daß ſie mich nicht hängen können;“ raunte das Geſpenſt dem Pfarrer in's Ohr.
„Wir wollen ſehen!“ ſagte Ambroſius.
Sie waren bis zu dem Eingang in den Waffenſaal gelangt. Balthaſar öffnete vorſichtig die Thür und ſchaute hinaus.„Es iſt Alles ſtill,“ flüſterte er zurück,„jetzt ſchnell!“
Ambroſius wollte hinaus, das Geſpenſt hielt ihn am Rockſchvoße feſt:„Ich will Euch gern mein halbes Vermögen geben.“
„Schnell, oder es wird zu ſpät!“ flüſterte Balthaſar.
Das Geſpenſt ließ los und huſchte mit langen unhörbaren Schritten über den parquettirten Fußboden nach der gegenüberliegenden Seite des Saales, wo es in der Thür, die in die inneren Gemächer führte, verſchwand.
Ambroſius und Balthaſar traten durch die Glasthür, die der Letztere wieder verſchloß, in den Park. Es war vollkommen Nacht geworden. Balthaſar hatte ſeine Laterne ausgelöſcht und ging voran; der Pfarrer folgte ihm auf dem Fuße. Sie hatten kaum einige Schritte in das Dunkel hineingethan, als eine grobe Stimme aus einiger Entfernung:„Such, Pluto, ſuch!“ rief. Ein dumpfes Geheul antwortete dieſem Ruf; dann hörten ſie es durch die Büſche brechen, gerade nach dem Rande des Teiches zu, an dem ſie jetzt eilig dahin ſchritten. Ambroſius konnte einen leiſen Schreckensruf nicht unter⸗ drücken; aber Balthaſar raunte ihm zu:„Er thut mir nichts und Niemandem, mit dem ich gehe; da iſt er ſchon; ſo, Pluto, ſo! biſt ein gutes Thier, ſo!
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