Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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Die von Hohenſtein.

„Kommt, Balthaſar,“ ſagte er, entſchloſſen die ſchmale Hand des Schulmeiſters ergreifend.

Sie gingen um den Teich herum und gelangten an die Glasthür, welche unter dem von vier großen Säulen getragenen Balcon aus dem Parke unmittelbar in den Gartenſaal führte. An den Saal zur linken Hand ſtieß das Wohnzimmer des Generals. Ein ſchwacher Licht⸗ ſchimmer drang durch die niedergelaſſenen Vorhänge dieſes Gemaches.

„Sie glauben, der General ſei in ſeinem Zimmer,“ flüſterte Balthaſar:„aber ich habe ihn durch den Gartenſaal in den Rüſtſaal geführt. Ich arbeite öfter um dieſe Stunde an den Gewaffen, weil ich am Tage keine Zeit habe; ſo ſind ſie das Rumoren gewohnt. Drüben würden ſie an den Thüren horchen; ich dachte: es ſei beſſer, in einem kalten Raume ſicher ſein, als in einem warmen Zimmer ver⸗ rathen werden.“

Balthaſar ſchloß mit einem Schlüſſel, den er aus der Taſche nahm, die Thür zum Gartenſaal vorſichtig leiſe auf und führte den Pfarrer durch den dunklen Raum rechts nach einer zweiten Thür, die er mit derſelben Vorſicht aufſchloß. Als ſie eingetreten waren, ſchob er einen Riegel vor, und flüſterte ſeinem Begleiter zu: einen Augen⸗ blick ſtehen zu bleiben, bis er Licht anmachen könne.— In den Gar⸗ tenſaal war durch die hohen, bis zum Fußboden reichenden Fenſter noch ein ſchwacher Lichtſtrahl gefallen; in dieſem Raume aber herrſchte dichte undurchdringliche Finſterniß. Ein dumpfer modriger Duft ver⸗ ſetzte dem Pfarrer, der eben aus der friſchen Abendluft kam, faſt den Athem. Er fühlte, daß ſein Herz unruhig an die Rippen zu pochen begann und faſt hätte er laut aufgeſchrieen vor Entſetzen, als jetzt ein bläuliches Licht aufblitzte und eiſerne Männer mit Schwertern und Hellebarden in den eiſernen Fäuſten ihn aus hohlen Helmen anſtarrten. Der Schulmeiſter hatte eine Laterne angezündet, und der Pfarrer warf bei dem matten Schein derſelben einen ſcheuen Blick auf ſeine Um⸗ gebung.

Er befand ſich, ſo weit er ſehen konnte, in einem hohen, weit⸗ läufigen Gemach, deſſen Wände in der oberen Hälfte mit Fahnen, Standarten und anderen Emblemen bedeckt waren, während in offenen Schränken, die ſich um den ganzen Raum herumzogen, zahlloſe Waffen