Zweiter Band. 47
und handelt, wie Ihr ſprecht, das iſt mein Grundſatz und dabei bleib' ich!“
Und Tante Bella ſchlug mit der flachen Hand auf ihre zuſammen⸗ gefaltete Stickerei.
„Sehr— orum gut— orum!“ beſtätigte Holm.
„Komm', Ottilie, wir wollen uns fertig machen; es iſt die höchſte Zeit. Sie gehen doch mit, Holm?“ ſagte Tante Bella und erhob ſich.
„Allüberall, wohin Ihr mich führt, holdſelige Frauen!“ erwiderte Holm, ſich, auf ſeinen Stock geſtützt, ebenfalls erhebend,„denn der Abend iſt ſchön und ſehnlich ſchmachtet mein Herze nach des Windes Gefäuſel durch Blüthenduft hauchende Bäume und nach der heiligen Fülle des Biers, ſo im Garten geſchänkt wird, welcher„zum Römer“ heißt, bei Göttern und ſterblichen Menſchen.“
„In den Römer geht's heut' nicht, Holm; Rupertus' haben uns und Münzer's eingeladen, und uns auf die Seele gebunden, Sie mit⸗ zubringen.“
„Sei's,“ ſcandirte Holm, während er den ſich entfernenden Damen galant die Thür zum nächſten Zimmer öffnete,„denn auch dort iſt ein Garten und gar nicht ſchlecht ſind die Weine.“
Er ſchloß die Thür und ſagte, ſich zu Peter wendend in jenem ernſten Ton, den er immer annahm, ſobald es ſich um ernſte Dinge handelte:
„Sagen Sie, Schmitzorum, was geht bei Euch vor? Die Kleine hat geweint, Tante Bella iſt in einer fürchterlichen Gefechtsſtimmung und Sie ſchauen ſo finſter d'rein, wie ein Novembertag? Was hat's denn gegeben?“
„O nichts, nichts von Bedeutung,“ ſagte Peter Schmitz, indem er ſtehen blieb, ſich mit der Hand' über Stirn und Augen ſtrich und dann ſeine Wanderung wieder begann.
„Hm,“ brummte Holm;„nun, wie Ihr wollt. Was ſagen Sie denn dazu, daß der Präſident bei uns geweſen iſt und Münzer hat ſprechen wollen?“*
„Ja, ja,“ erwiderte Peter zerſtreut;„Bella hat mir's geſagt; ich habe gar nicht wieder daran gedacht.“
Holm ſchüttelte den Kopf; Peter Schmitz mußte ſehr beſchäftigt


