Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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34 Die von Hohenſtein.

Glieder in die Lumpen des Sklaven gehüllt! und ohne Murren, ohne Klagen Sklavenarbeit im Dienſte ſeines Ideals, im Dienſte der Menſchheit, einer freien, brüderlichen Menſchheit verrichtet! Was hatte ihm das Alles genützt! Der Zwieſpalt in ſeinem Innern war nicht verſöhnt! er hatte noch immer nicht Mäßigung, nicht Demuth, nicht Geduld gelernt! und die freie, brüderliche Menſchheit war und blieb ein grauſamer, plumper, höhniſcher Götze, der die Sklaven, welche die Schultern an den Rädern ſeines Wagens blutig geſtämmt hatten, vor ſeinen Augen, ohne mit den Wimpern zu zucken, von den ſchlauen Prieſtern des Wahns in den Abgrund ſtürzen ſah. Und mochte doch das Alles ſein— wenn nur der Kämpfer ſeine Kraft in dieſem Kampfe nicht immer mehr und mehr hätte ermatten fühlen; nicht hätte fühlen müſſen, daß jenes größte Unglück, welches den Denker treffen kann, das Unglück: ſchließlich Widerwillen zu empfinden an der Vernunft, und abzuſtumpfen gegen den Reiz der Wahrheit, vielleicht doch das ſchmachvolle Ende ſein würde. Aber nein und tauſendmal nein! Deine Feinde, die nur auf Deine Schwäche lauern, — ſie ſollen dieſes Triumphes ſich nicht rühmen können! Keines Menſchen Hand ſoll das mattere Klopfen Deines Herzens fühlen; keines Menſchen Auge in Deinem Auge die ſtumme Klage leſen um das erſehnte, nie erreichte, längſt verloren gegebene Glück!

Keines Menſchen Hand? und auch die Hand nicht, die Du einſt in Deine Hand zum Bunde für das Leben legteſt? Keines Menſchen Auge? und auch das Auge nicht, das an Deinen Blicken mit unend⸗ licher und darum auch allwiſſender Liebe hängt? das jede Wolke, die über Deine Stirn zieht, im erſten leichteſten Aufdämmern erkennt und mit heimlichen Thränen begleitet?— auch Deines Weibes Auge nicht?

Du hoffſt es; es würde Dich noch elender machen, wenn Du es nicht hoffen dürfteſt. Und wer ſagt Dir, daß Du es hoffen darfſt? der ſchmerzliche Zug etwa, der ſo oft um ihren Mund zuckt, den Mund, der vielleicht nicht von geiſtreicher Rede überfließt, der aber noch ſtets die Wahrheit ſprach, und von dem Du nie ein bittres, kränkendes Wort vernahmſt,— nie! aber dafür wie manchen treuen Rath, wie manchen herzlichen Troſt! und von dem Du noch viel, ſehr viel mehr Gutes und Liebes würdeſt vernommen haben, wenn Du