Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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Zweiter Band. 23

Da richtete ſich Cajus in die Höhe, blickte mit verwirrten Augen auf die um ihn Herumſtehenden und ſein finſteres Geſicht wurde noch finſterer.

Ich dächte, es wäre genug, daß Einer nicht weiter kann, müßt Ihr Andern deshalb auch von der Arbeit laufen.

Er ſtand vollends auf und nahm den gebrochenen Arm in den geſunden:

Ich kann allein nach Hauſe gehen, ſagte er,machen Sie mir nur gefälligſt die Thür auf.

Papperlapapp! ſagte Tante Bella.Nach Hauſe gehen! Ich möchte wohl wiſſen, was Sie ohne Frau und Kind und Kegel mit einem zerbrochenen Arm zu Hauſe wollten! Wir haben hier Platz genug und Arme genug. Ich möchte nicht das Geſicht ſehen, das mein Bruder machen würde, wenn er nach Hauſe käme und hörte, wir hätten Sie ſo fortgelaſſen.

Dies letzte Argument ſchien auf den ſonderbaren Mann ſichtbaren Eindruck zu machen. Er murmelte ein paar unverſtändliche Worte und folgte dann Tante Bella aus dem Zimmer. Zwei von den Setzern gingen auf einen energiſchen Wink von Tante Bella's energi⸗ ſchen Augen mit; die andern begaben ſich unter dem bei ſolchen Ge⸗ legenheiten üblichen Hin⸗ und Herreden wieder an ihre Arbeit. Der Präſident und Dr. Holm blieben allein.

Uff! ſtöhnte Dr. Holm, indem er ſich gänzlich erſchöpft in ſeinen Lehnſtuhl ſinken ließ und Arme und Beine von ſich ſtreckte; mir ſchlottern alle Glieder! Iſt das ein Eiſenmenſch, eine Römer⸗ natur dieſer Cajorum! Was ſagen Sie, Herr Präſident? Haben Sie in Ihren Büreaus auch ſolche Helden?

Ich fürchte, nein, erwiderte der Präſident, der während dieſer ganzen Scene in der fernſten Ecke des Zimmers geſtanden hatte.

Und eine Sache, die ſolche Kämpfer hat, ſollte nicht ſiegen! rief Dr. Holm, enthuſiaſtiſch auf den Tiſch ſchlagend;eine Sache, zu der Männer halten, die nicht blos jeden Augenblick bereit ſind, für ihre Ideen in den Tod zu gehen denn dulce est pro patria mori, morornm!(abermaliges Berühren der Tiſchplatte mit der