Die von Hohenſtein.
„O, liebe Mama,“ erwiderte die junge Dame mit großer Leb⸗
haftigkeit;„ich bin nicht ganz ſo dumm und ſo gutmüthig, wie ihr denkt. Oder meinſt Du: ich ſollte es ganz in der Ordnung finden, daß es Camilla und immer wieder Camilla iſt, um die ſich Alles dreht? daß Camilla ſich in Rheinfelden amüfiren und bei dem Groß⸗ onkel einſchmeicheln darf, während ich mich hier in der Stadt lang⸗ weilen muß und nichts zu thun habe, als eure Commiſſionen aus⸗ zuführen? Meinſt Du denn: ich wüßte nicht, daß es etwas zu bedeuten hat, wenn Fräulein Camilla ihren Anbetern, einem nach dem Andern, den Laufpaß giebt und Cigarrenetuis in unſern Farben—“
Das junge Mädchen wollte noch mehr ſagen, aber Thränen, die ihr leicht in's Auge kamen, wenn ſich die Sache, um die es ſich handelte, zu einem übermüthigen Lachen nicht eignen wollte, erſtickten ihre Stimme. Sie warf ſich in die Ecke des Sophas und drückte ihr Geſicht in die Kiſſen.
Das Schluchzen der Tochter war für die Mama das Signal, n in Thränen auszubrechen.
as hat man nun von ſeiner Güte,“ jammerte ſie, ſich in einen Fauteuil ſinken laſſend und ihr Taſchentuch vor die Augen haltend; „nichts als Sorge und Herzeleid und Undankbarkeit— ich arme, un⸗ glückliche Frau!“
„Und ich will's nicht leiden;“ heraus;„ich heirathe den erſten was ich thue.“
„Ich arme Frau! meine Kinder werden mich noch in's Grab bringen;“ klagte die Präſidentin hinter ihrem Spitzentaſchentuch.
„Ehem, hem!“ machte Jemand, der von den weinenden Damen unbemerkt in den Soalon getreten war und bereits auf dem großen bunten Teppich, der in der Mitte des Salons über den einfar⸗ bigen Teppich gebreitet war, gerade untem ſtand:
Ehem!“„ Die Damen fuhren in die Höhe. „Ah! Herr Medicinalrath!“ rief die präſide t lächelnd, und dem kleinen Manne die mit Rin
Aurelie aus dem Sopha s iſt ja doch ganz gleich, ₰
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