Teil eines Werkes 
8. Band, Die von Hohenstein : Roman : 2. Band (1867)
Entstehung
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Zweiter Band. 3

als er: wir blicken mit unſern Schmachtaugen nach einem Andern aus. Kommt Zeit, kommt Rath, und nun machen Sie, daß Sie fortkommen: Sie alteriren ſich ſonſt ausnahmsweiſe alles Ernſtes und Ihre Ladylike ſchlägt ſich noch die Eiſen von den Vorderhufen ab. Apropos Ladylike! Wollen Sie wirklich mit Brinkmanns Fuchs tauſchen? und warum iſt Brinkmann heute nicht auf der Parade geweſen?

Er hat ſich krank melden laſſen; aber ich weiß, daß er mit dem Maler Kettenberg im Catalini'ſchen Garten bei einer Mai⸗ bowle ſitzt.

Les scélerats! Gehen Sie auch hin, lieber Willamowsky und nehmen Sie ſich ein Beiſpiel an der Eintracht meiner Verehrer. Kettenberg iſt ein wahrer Segen für euch. Er hat euch neue Cotil⸗ lontouren gelehrt, er hat euch neue Recepte zu Bowlen mitgebracht; er hat die lebenden Bilder in unſerm Cirkel in's Leben gerufen; enün, hat er Camilla für die ſchönſte, mich aber für die liebens⸗ würdigſte Präſidententochter auf der Welt erklärt.

Das ſind Sie auch, auf Ehre, das ſind Sie! rief Herr von Willamowsky, die Hand der jungen Dame zierlich an ſeine dünnen Lippen führend.

Auch Sie, Willamowsky? Haben Sie ſelbſt jetzt noch Illuſio⸗ nen zu verlieren?

Der Dragonerofficier hatte ſich kaum ſporenklirrend und ſäbel⸗ raſſelnd verabſchiedet, als die Präſidentin aus ihrem Zimmer in den Salon gerauſcht kam:

Was hat er geſagt? fragte ſie, mit einem bezeichnenden Blick nach der Thür;er iſt ja ſehr lange hier geweſen.

Deſto mehr Gelegenheit hätteſt Du gehabt, ihn ſelbſt zu fragen; erwiderte Aurelie.

Iſt das eine Antwort? fragte die Mama, in die Nähe des Fenſters tretend und durch ihre Lorgnette dem Wagen Willamowsky's nachſchauend.

Warum nicht? Went ich für eure Vertraute zu ſchlecht bin, ſo halte ich mich für zu gut, euer Spion zu ſein.

Ich glauhe, Du träumſt, Aurelie; ſagte die Präſidentin, ſich vom Fenſter in das Zimmer wendend.