Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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Erſter Band. 205 und wenn Du ſagſt, daß Camilla Dich liebt, ſo muß ſie ja auch ein gutes Mädchen ſein und Alles thun, um Deiner immer würdiger zu werden. Und der Beter wird ſich gewiß recht freuen; er hat Dich ja auch ſo lieb und möchte ſo gern, daß Dir das Leben leichter würde, als es ihm geworden iſt. Er war ſo froh über die guten Nachrichten, die Du uns aus Rheinfelden ſchriebſt, daß der Großonkel ſo gut gegen Dich ſei und die Tante und Alle.Der Junge wird's weiter bringen, als ich, hat er mehr als ein Mal geſagt. Auch ſteht er jetzt mit Onkel Philipp und auch mit Onkel Guisbert auf dem beſten Fuße; aber ich kann mir noch immer nicht denken, daß Deine Ver⸗ wandten es wirklich ehrlich mit uns meinen und daß ſie ſich nicht wieder von uns zurückziehen, wenn ſie Ernſt machen ſollen. Und wie würde das den Vater ſchmerzen? und was ſollte dann aus Dir wer⸗ den, mein armer Junge?

Da habe ich beſſern Muth! ſagte Wolfgang heiter;ſie werden Ja und Amen ſagen, verlaſſe Dich darauf! Der alte Griesgram von Großonkel zuerſt von Allen und er erzählte nun ausführlich, wie ausnehmend gnädig der alte Herr während der ganzen Zeit und noch in den letzten Augenblicken gegen ihn geweſen ſei, und daß er ihn mit den Worten entlaſſen habe: Habe was vor mit Dir, Junge; ſoll Dein Schade nicht ſein, wenn Du folgſam biſt.Nun, Mütter⸗ chen: eine Liebe iſt der andern werth. Wenn unſere Verwandten, die ſo lange in Fehde mit uns gelebt haben, Frieden mit uns machen wollen, ſo ſollen ſie auch den Frieden theuer erkaufen und der Preis des Friedens iſt Camilla und dieſen Preis ſollen, müſſen und werden ſie zahlen.

Wolfgang war in der glücklichſten Stimmung und die Mutter war zu ſehr gewohnt, ſich glücklich zu fühlen, wenn ſie den Sohn glücklich ſah, als daß ſie nicht auch jetzt in ſeine Heiterkeit hätte ein⸗ ſtimmen ſollen. Sie lächelte ihm freundlich zu, während er die herr⸗ lichſten Schlöſſer baute, und endlich, von dem vielen Sprechen er⸗ müdet, den Kopf auf die Seite wandte und die Hand der Mutter in der ſeinen haltend einſchlief.

Margarethe ſaß noch eine Weile in der ſonnigen Stille, in tief⸗ bewegter Seele Alles überdenkend, was ſo eben geſprochen war.