Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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178 Die von Hohenſtein. Bella und Ottilie; der Wolfgang ſoll Euch nach Haus bringen. Es

braucht Niemand bei mir zu wachen; wenn ich etwas bedarf, klingle

ich der Urſel, aber ich weiß: ich werde ruhig ſchlafen. Sage dem Vater, wenn er nach Hauſe kommt, daß ich mich ganz wohl fühle; hörſt Du, Wolfgang?“

Tante Bella fand dieſe Anordnung keineswegs vernünftig und öffnete ſchon den Mund zum entſchiedenen Widerſpruch, aber Wolf⸗ gang winkte ihr zu ſchweigen. Kopfſchüttelnd gehorchte ihm die gute Dame. Alle Drei machten ſich in aller Stille bereit, das Zimmer zu verlaſſen.

„Ottilie!“ ſagte da Margarethe leiſe und ohne die Augen aufßz

zuſchlagen;„Ottilie, ich ſehe Dich doch Morgen wieder?“

„Gewiß, liebe Tante;“ ſagte das junge Mädchen.

„Gut, gut! Nun laßt mich ſchlafen; ich bin ſo müde.“.—

Wolfgang hatte die Damen nach Haus gebracht und ſchritt lang⸗ ſam den bekannten Weg nach ſeiner elterlichen Wohnung zurück. Auf den Straßen war es ſtill geworden, nur hier und da ging es in der Nähe von Wirthshäuſern lebhafter zu; ſonſt aber ſchien man des unnützen Lärmens müde zu ſein; nur noch einzelne Fenſter waren erhellt. Der volle Mond war ſchon hinter die Häuſermaſſen geſunken, die hohen Thürme der Kirchen waren noch von ſeinem matten Licht

umfloſſen, aber in den Gaſſen dunkelte es ſtark. Wolfgang war es,

als wollte heute der Weg kein Ende nehmen. Er war ſo mübe, daß

er im Gehen träumte. Schon auf dem Wege nach dem Schmitz ſchen

Hauſe hatte er kaum gehört, was Tante Bella, die er am Arm führte, Alles erzählte— es war gewiß ſehr wichtig geweſen, den: die Tante hatte mit der größten Lebhaftigkeit und unausgeſetzt ge ſprochen; aber er erinnerte ſich durchaus nichts mehr von Allem, wa

ſie geſagt hatte. Ottilie, die auf der andern Seite neben ihm ging, war ganz ſtill geweſen; nur einmal hatte ſie geſagt:„das darf Wolf⸗

gang nicht!“ aber Wolfgang wußte nicht mehr in welchem Zuſammen⸗ hang. Er ſann vergeblich darüber nach, aber je mehr er ſann, deſto

dichter wurde das Dunkel.„Was darf ich nicht?“ fragte er ſich

wieder und wieder.

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