Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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16 Die von Hohenſtein

perei machen, und wie zu befürchten ſtehe, daß er(Odo) caſſirt werde, wenn dieAffaire nichtvertuſcht würde.

Ein bis an den Rand volles Gefäß wird durch einen Tropfen zum Ueberlaufen gebracht. Die Obriſtin gerieth über die Mitthei⸗ lungen ihres trefflichen Sohnes außer ſich vor Zorn. Wenn ſie ihn nicht ohrfeigte, ſo geſchah es nur deshalb nicht, weil ſie ihrer Schwä⸗ gerin die Freude eines ſolchen Triumphes nicht gönnen wollte; ſie begnügte ſich deshalb, den zukünftigen Officier einmal über das andere einen dummen Jungen, einen Taugenichts, einen elenden Menſchen zu nennen, der durch ſeinen Leichtſinn ſeine arme Mutter noch in's Grab ärgern würde.

Der Fähndrich hatte ſchon zu oft im Feuer des mütterlichen

Zornes geſtanden, um nicht zu wiſſen, wie er ſich in dieſer Lage zu

benehmen habe. Er ließ die Mutter ſo lange eifern, bis er merkte, daß ihre leidenſchaftliche Hitze auf dem Punkte ſtand, ſich in Thränen aufzulöſen, dann ſagte er mit trefflich geſpielter Reſignation:

Laß es gut ſein, liebe Mama; Du ſchaffſt mir durch Dein Schelten das Geld nicht, an dem mir Eurethalben mehr gelegen iſt, als meinethalben. Ich kriege höchſtens ein paar Wochen Arteſt und werde caſſirt; aber der Vater dauert mich, denn ihm muß die Sache in ſeiner Stellung am ungelegenſten kommen; und Du dauerſt mich auch, denn Tante und die Andern werden es Dir bei jeder Gelegen⸗ heit auftiſchen.

Der ſchlaue Burſche hatte durch ſeine wohlberechneten Andeu⸗ tungen die Angelegenheit in das für ihn günſtigſte Licht gerückt. Mama vergaß ganz, daß dem Leichtſinn des jungen Mannes Vorſchub leiſten, ihm den Weg zur Hölle nur ebnen heiße; ſie dachte an nichts, als an das bedauernde Achſelzucken der Kameraden ihres Gatten und der Damen ihres Kreiſes, vor allem an die heimliche Schadenfreude der Präſidentin und dann war Odo immer ihr Lieblingskind geweſen, und du lieber Gott, der arme Junge ſah ſo blaß und elend aus!..

Wir wollen ſehen, was ſich machen läßt! ſagte ſie, den Arm ihres Sohnes, den ſie in ihrem Zorn hatte fahren laſſen, wieder nehmend;ich will mit dem Vater ſprechen, und nun quäle Dich nur