Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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Erſter Band. 15

Nach dem Frühſtück ſchlug die Präſidenten einen Spaziergang nach dem Dorfe vor, um das Dampfſchiff zu erwarten, welches um dieſe Zeit den Präſidenten und den Obriſten bringen mußte. Alle machten ſich auf den Weg, mit Ausnahme Camilla's, die über Kopf⸗ ſchmerz klagte, und um die Erlaubniß bat, zurückbleiben zu dürfen.

Für den Fähndrich war jetzt die Stunde gekommen, wo er, wenn es heute überhaupt noch geſchehen ſollte, ſein Anliegen bei der Mutter vorbringen mußte. Er wußte es, indem er der Mutter den Arm bot, ſo einzurichten, daß er mit dieſer ein wenig zurückblieb, während der Lieutenant die Tante und Aurelien mit ſeiner Unterhaltung beglückte. Leider fand Odo die Mutter in einer Stimmung, die ſeinem Plane wenig günſtig ſchien. Die Obriſtin war in einer fürchterlichen Laune. Sie ließ ſich in Worten, die für eine geborene Gräfin von Düren⸗ Lilienfelde nicht immer ganz paſſend erſchienen, über die ihr zuge⸗ fügten Unbilden aus, nannte Dame Brigitte eine freche Hexe, die Präſidentin eine alte falſche Katze, die jungen Damen abſcheuliche Zierpuppen und wie ſich denn ſonſt ein heftiges, übelwollendes Gemüth in ſolchen Lagen Erleichterung zu verſchaffen ſucht.

Aber ich fahre noch heute Abend wieder zurück, ſchloß ſie ihre Rede;ich will mich nicht von den Hunden unter meinen Fenſtern die ganze Nacht um den Schlaf bringen laſſen, mag der Vater da⸗ gegen ſagen, was er will; kümmert er ſich doch auch in dieſer letzten Zeit weniger als je um meine Wünſche.

Dies war nun freilich für den Fähndrich die ungünſtigſte Wen⸗ dung, welche das Geſpräch nehmen konnte, indeſſen die Verzweiflung giebt Muth. Er bat die Mutter, den Vater doch ja nicht zu erzür⸗ nen, da er der Fähndrich in einergrauſamen Klemme ſei, und nun kam, begleitet von einem kläglichen Lächeln, das ſcherzhaft ſein ſollte, die klägliche Geſchichte, daß er ſich neulich, um Spiel⸗ ſchulden eine Ehrenſchuld, ſagte der junge Mann zu bezahlen, funfzig Lonisd'or von Abraham Hirſch geliehen habe, daß Hirſch ge⸗ droht habe, ſich an den Obriſt von Nolte Odo's Regimentschef zu wenden, falls er nicht morgen Mittag zwölf Uhr das Geld in ſeinem Comtoir habe; daß bei den ſtrengen Grundſätzen des Obriſten zu erwarten ſei, er werde ein furchtbares Aufheben aus derLum⸗