Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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8 Die von Hohenſtein.

Der alberne Geck, ſagte Camilla, den reizenden Mund höhniſch verziehend.

Liebe Kinder, fagte die Präſidentin,macht, daß Ihr in eine Lage kommt, wo Ihr, wie Tante Antonie, unter Euren Anbetern die Auswahl habt. Es liegt in Eurer Hand. Bietet Alles auf, den Großonkel bei guter Laune zu erhalten. Es muß diesmal etwas Ent⸗ ſcheidendes geſchehen. Aber dies lange Wartenmüſſen iſt wirklich ärgerlich; und auch Madame läßt ſich gar nicht blicken! Wir wollen nach dem Schloſſe zurückgehen, ob wir nicht wenigſtens etwas zu eſſen bekommen können; ich bin beinahe ohnmächtig vor Hunger!

Komm, liebes Mamachen! ſagte Aurelie, der Mutter den Arm bietend.Camilla, nimm Du die Blumen mit! Wir könnten ſie freilich eben ſo gut in den Teich werfen.

Die Damen hatten einige Schritte gethan, als ſie ſahen, wie eins der blauen Rouleaux, auf welche ſie noch immer die ſehnſüch⸗ tigen Blicke gerichtet hielten, langſam in die Höhe gezogen wurde. Eine rieſenlange Geſtalt mit einer weißen Zipfelmütze auf dem Kopfe, den oberen Theil des Körpers in eine weite flanellene Nachtjacke ge⸗ hüllt den unteren Theil verbarg die hohe Brüſtung erſchien hinter den Scheiben.

Der Onkel der Großonkel! riefen Mutter und Töchter wie

aus einem Munde. Die weiße Geſtalt öffnete den einen Fenſterflügel und lehnte ſich hinaus. Guten Morgen, Onkel! guten Morgen, Großonkelchen!.

riefen die Damen.

Die Entfernung zwiſchen ihnen und dem Schloſſe betrug vielleicht hundert Schritt; nur ein Stück Garten und der Teich lagen da⸗ zwiſchen. Es ſchien unmöglich, daß der General ſie nicht ſehen ſollte. 8 Dennoch mußte es der Fall ſein. Er wandte den Kopf nach rechts, er wandte den Kopf nach links; er lehnte ſich noch weiter hinaus und blickte in die Stachelbeerbüſche unter dem Fenſter.

Hier, hier! ſchrieen die Damen und winkten mit den Tüchern.

Der General richtete den langen Leib empor, legte die runzlige Hand über die buſchigen Brauen und lugte ſcharf nach dem blauen