Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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Erſter Band.

Uns aber deſto weniger, ſagte die Präſidentin.Onkel Arthur hat ſich durch ſeine Heirath mit dem Frauenzimmer, wie heißt ſie doch gleich! und nicht weniger durch ſeine demokratiſchen Tendenzen die Gunſt des Onkels für immer verſcherzt. Macht alſo der Großonkel ein Teſtament, ſo iſt Alles gegen nichts zu wetten, daß er den Stadt⸗ rath ohne Weiteres von der Erbſchaft ausſchließt; bleibt alſo, da Onkel Ernſt, ich darf wohl ſagen, Gott ſei dank! ohne Kinder ge⸗ ſtorben und Tante Antonie alſo, abgeſehen davon, daß ſie von Hauſe aus reich iſt, geſetzmäßig keine Anſprüche auf die Erbſchaft hat, bleiben alſo, ſazte ich, nur noch der Vater und Onkel Gisbert. Der Oberſt aber ſteht bei dem General ſehr ſchlecht angeſchrieben

Ich denke aber, der Vater auch nicht beſonders, wandte Aurelie ein.

Leider, leider! ſeufzte die Präſidentin;deſto größere Mühe müſſen wir, ich meine, müßt Ihr Euch geben, ſeine Neigung zu ge⸗ winnen. Launiſch und ſchadenfroh, wie er iſt, ſollte es mich gar nicht wundern, wenn er Euch Beiden Alles vermachte.

Aber das wäre ja famos! rief Aurelie in die Hände klatſchend; das ſollte ein Leben werden! Das Erſte wäre, daß wir den Park wieder in Ordnung bringen ließen, der wirklich jetzt wie ein Urwald ausſieht. Und dann müßte der alte Kaſten von Schloß da drüben neu angeſtrichen werden. Und dann alle Tage das Haus voller Gäſte, und Abends hier um den Teich herum farbige Lampions und kleine Gondeln und ein Bal champétre! Grands dieux! wie ſich wohl Tante Selma ärgern würde! und Vetter Kuno und der himmliſche Otto! Habe ich Dir denn noch nicht erzählt, Camilla, welch' geiſtreiches Compliment mir Kuno geſtern Abend beim Cotillon gemacht hat?

Nun? fragte Camilla, die ſchmachtenden Augen neugierig erhebend.

Auf Ehre, Couſine! hier ſchlug das junge Mädchen die Hacken ihrer Stiefelchen klappernd zuſammen und wirbelte ein imaginäres Bärtchen auf der Oberlippe,auf Ehre, Couſine, ich bin in einer grauſamen Verlegenheit. Tanze ich mit Camilla, ſo glaube ich, ich müſſe ſie heirathen, tanze ich mit Dir, ſo erſcheint es mir als eine Nothwendigkeit, Deine Schweſter ſitzen zu laſſen.