Teil eines Werkes 
7. Band, Die von Hohenstein : Roman : 1. Band (1867)
Entstehung
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Die von Hohenſtein.

auf der Bank neben dem halb umgeſunkenen Tiſch niederließ und die verwelkenden Blumen wehmüthig betrachtete;Ihr auch?

Na, es geht noch, meinte Aurelie, ſtehen bleibend und die Mantille über die Schultern ziehend;ich finde es nur ſchauverhaft langweilig. 6.

Auf einmal fing ſie an zu lachen und rief:Gott, Camilla, was für ein Geſicht Du ſchneideſt! Wenn Dich Herr von Willamowsky ſo ſähe, er würde abermals über eine Illusion perdue zu klagen haben.

Camilla hatte ſich in die andere Ecke der Bank geſetzt. Ihr ſchönes Geſicht trug allerdings einen Ausdruck, der mit den ſanften Zügen in einem höchſt entſchiedenen Widerſpruch ſtand.

Laß mich zufrieden, ſagte die junge Dame mürriſch. Mein Himmel, wer thut Dir denn was? meinte die Schweſter; was kann denn ich dafür, daß das gnädige Fräulein heute nicht ausgeſchlafen hat? ich habe Dir geſtern Abend oft genug geſagt, Du ſollteſt nicht ſo viele Extratouren tanzen.

Damit Du doch ja nicht zu kurz kämeſt, höhnte Camilla.

O, mein Schatz, es hat mir bis jetzt noch nie an Tänzern ge⸗ fehlt, trotzdem ich allerdings noch keinen Maler zur Desperation gebracht, auch ſonſt kein Malheur durch meine Schönheit angerich⸗ tet habe.

Müßt Ihr Euch denn immer zanken, Kinder, ſagte die Präſi⸗ dentin, die Handſchuhe von den fetten weißen Händen ſtreifend,ich dächte, unſere Situation wäre ohnehin ſchon unerquicklich genug.

Die Situation iſt ſo ſchlecht nicht, Mama, ſagte das Fräulein, ſich auf den Hacken wiegend,wenn wir nur was zu eſſen hätten. Ich fange an, ſchauderhaft hungrig zu werden.

Das iſt das zweite Mal in fünf Minuten, daß Du das Wort ſchauderhaft in den Mund nimmſt, ſagte Camilla.

Du gebrauchſt noch ganz andere Wörter, entgegnete die Schweſter.

Aber, Kinder! beſchwichtigte die Mutter, die zuſammengefalte⸗ ten Handſchuhe auf den Tiſch werfend.

In der Unterhandlung der Damen entſtand eine Pauſe, welche

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