In der zwölften Stunde.
Und damit drückte er das Ruder auf die Seite, daß das leichte Boot unmittelbar in die Welle flog, welche der Dampfer im nächſten Augenblicke durchſchneiden mußte. Und jetzt war das Ungeheuer da. Ein Stoß, ein Krach, ein wilder Schrei— Stop! das Brauſen der von den nun ſtill ſtehenden Rädern aufgewühlten Wellen— eine an dem ſchwimmenden Svpen vorüberſchießende dunkle Maſſe— ein Strick, der von Bord, auf gut Glück, hinabgeworfen wird, und ihm in die Hand fällt, die ſich krampfhaft um das Werkzeug der Rettung ſchließt— kräftige Arme, die ihn an der pfeilſchnell herabgelaſſenen Schiffstreppe in Empfang nehmen— und dann eine tiefe Vergeſſen⸗ heit, die ſich wohlthätig über die durch den Graus der letzten Scenen bis zum Wahnfinn überreizte Seele breitet.
Elftes Capitel.
Sven war noch beſinnungslos, als man ihn eine halbe Stunde ſpäter in ſeine Wohnung ſchaffte, und ſo fand ihn auch noch Benno, nach welchem Madame Schmitz in ihrer Herzensangſt ſelbſt gelaufen war. Benno war ſo erſchüttert, daß er die ganze Kraft ſeines elaſti⸗ ſchen Geiſtes aufbieten mußte, um mit Feſtigkeit die Anſtalten treffen zu können, welche Svens Zuſtand erforderte. Als ein reichlicher Aderlaß zum mindeſten die augenblickliche Gefahr gehoben hatte, über⸗ ließ er den Freund der Pflege von Madame Schmitz und eilte die uferſtraße hinab, um Mrs. Durham, welche hoffentlich die Nachricht von der Kataſtrophe noch nicht erreicht hatte, ſeine Dienſte anzubieten. Nach kurzer Zeit kam er wieder, noch bleicher und verſtörter, wie vorher, und ſchickte Madame Schmitz, trotz ihres Widerſtrebens aus dem Zimmer, um ſelbſt bei dem Kranken, der in einen halbwachen Zuſtand verfallen war, in welchem er fortwährend laut phantaſirte,


