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24 Clara Vere.
ſchonen— in meinem Dienſte zu bleiben, und wenn ſie ihrem böſen Hange nicht widerſtehen können, nur mich zu beſtehlen.— Sie können aber hier auch Niemanden weiter ſchaden, wie mir.— Wenn die Leute ſtehlen, ſo drückt ſie der Schuh irgendwo. Entweder ſie haben ſelbſt für beſcheidene Anſprüche nicht genug,— und ſie thun es aus Noth; oder ſie haben genug und das iſt bei mir der Fall— und ſie ſtehlen, um irgend welchen thörichten Begierden fröhnen zu können. Ich will Ihnen die Seelenkrankheiten, an denen dieſe Unglücklichen leiden,„nicht nennen; genug: ich kenne dieſe Krankheiten und ich halte ſie für heilbar. Der beſte Arzt iſt der, welcher ſo viel wie möglich dafür ſorgt, daß die Leute gar nicht krank werden.“
Die Welt ſagte: Schloß Vere ſei eine Diebeshöhle, und Lord Vere ſei in ſeiner Jugend ein Taugenichts geweſen, und wenn er gegen die Verbrecher ſo milde ſei, werde das ſchon ſeine guten Gründe haben.
Lord Vere ſagte lächelnd: es hat auch ſeine guten Gründe.
Dieſem Manne verdankte Georg, wie er gern behauptete, Alles — im Sinne der Leute freilich, Nichts.
Die Eltern Georg's ſtarben, als ſie mit einem nicht unbedeuten⸗
den Vermögen, das ſie ſich in Amerika ſchnell erworben, nach England
zurückgekehrt waren, kurz nach ihrer Ankunft raſch hintereinander. Sein Pflegevater, deſſen Obhut die Verwandten ihr einziges kleines Kind und die Vewaltung ſeines Vermögens anvertrauten, hatte ſich des armen, ſo früh verwaiſten Knaben treulich angenommen. Er hatte ihn auf Anrathen des Lord Vere, der ſich in ihm einen tüchtigen Diener heranbilden wollte, zuſammen mit ſeinem eigenen Sohne Lorenz bei einem würdigen Geiſtlichen, einem tüchtigen Gelehrten, in derſelben kleinen Seeſtadt, in der Georg's Eltern geſtorben waren, auf eigene Koſten erziehen laſſen.— Als der Jüngling in das Haus ſeiner Pflegeeltern zurückkehrte, nahm er zwar die Stelle eines Privat⸗ ſecretairs bei Lord Vere an; aber ſeine ausgezeichneten Kenntniſſe, und ſein unberührtes Vermögen hätten ihn auch jede andere Laufbahn, mit gewiſſer Ausſicht auf Erfolg, einzuſchlagen berechtigt.
Von dem Augenblicke freilich, wo Georg in die Dienſte des Lords trat, war er an dieſen wunderlichen Mann, wie ducch einen


