Clara Vere.
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und auf ſie zutretend.„Kommen Sie, es iſt ſo ſchwül im Zimmer; laſſen Sie uns in den Garten gehen! Ich will Alles beichten. vwn Sie ſich ein Tuch um den Kopf— ſo— nun kommen Sie!“ Sie wandelten eine Zeitlang Arm in Arm in dem Garten zwiſchen den Beeten auf und ab; aber die Blumen dufteten ſo betäubend, daß ſie aus der Pforte auf den breiten, kiesbeſtreuten Weg traten, der hier durch den Wald in manchen Krümmungen auf der Höhe der Hügel ief, bis er Schloß Vere gegenüber in's Thal hinabführte. Der junge Mann erzählte ſein Zuſammentreffen mit Lady Vere im Walde. Helene lachte, als er zu dem Sprung über den Graben kam. „Das iſt ſie ganz,“ ſagte ſie,„wie ſie noch in meiner Erinnerung lebt, ſtolz und eigenſinnig,— Menſch und Thier und die ganze Welt ſoll ihr gehorchen. Sie will bewundert ſein; und wäre das Theater auch nur eine Waldwieſe, das Schauſpiel ein Sprung über einen Graben, und das Publikum ein junger Jägersmann.— Hat ſie ſich verändert, Georg? Wie ſieht ſie aus? ſieht ſie aus wie eine Vere?“ „Sie ſah blaß aus, aber nicht krank. Ihr Haar ſchien mir dunkler und ihre braunen Augen größer. Sie gleicht meinem Lord, wie ein junges Mädchen einem alten Manne gleichen kann.“ „Ihrem Lord? Clara Vere darf ſtolz ſein! Wann hat je Jemand Ihrem Lord geglichen!— Ach, Georg! iſt es nicht traurig, daß wir icht zurückdenken können an das, was uns das Liebſte war auf Erden ohne einen blutigen Schatten heraufzubeſchwören? daß mein Vate“ und mein Bruder, und der, an dem Sie mit ſo leidenſchaftlicher Li und Verehrung hingen, Lord Vere,— Alle eines gewaltſamen Top⸗ geſtorben ſind!“ „Liebe Helene,“ ſagte der junge Mann warm,„der Tod iſt immer gewaltſam, und immer ringt das Leben aus allen ſeinen Kräften gege den ſchonungsloſen Sieger. Was thut es, ob die Parze unſeren Lebens⸗ faden langſam Krennt, oder auf einmal mit ſcharfer Scheere raſch durchſchneidet? Ja Helene, ich geſtehe es: der Tod erſcheint mir ſo ein weniger fürchterliches Bild, als mit ſeiner abſcheulichen Begleitung von Medicinflaſchen, dem ganzen traurigen Apparate und der dumpfen Luft der Krankenſtube— das iſt mir ein Vorſchmack des Grabes. 6 Das Licht der Sonne und des Mondes iſt lieb und gut— der 6


