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Auf der Düne. 183
„Kommt, Kinder, kommt!“ rief der Lootſencommandeur, der ſchon das Steuer in der Hand hatte.„Setzt euch da in die Cajüte, bis wir die Segel auf haben. Wenn wir ſie auch nicht mehr einholen können, ſo wollen wir ſie doch jagen.“
Der Lootſencommandeur war geſtern Abend, nachdem er heraus⸗ gerufen worden war, nicht wieder zur Geſellſchaft zurückgekehrt, weil er zu bemerken glaubte, daß er für diesmal vollauf genug getrunken habe. Heute Morgen nun, als er, wie er es immer that, nach dem Wachthäuschen hinaufgegangen war, hatte er die Boote geſehen, und von dem wachthabenden Lootſen das Märchen von der Wettfahrt vernommen. Daß man ihn nicht dazu eingeladen hatte, hätte ihn faſt geärgert, wenn er ſich überhaupt hätte ärgern können; beſon⸗ ders da er, wie alle rechten Seeleute eine Paſſion für dergleichen Fahrten hatte.
Der Wind blies friſch, die Wellen blitzten in den Strahlen der Sonne, die ſich eben aus den Fluthen erhob. Luſtig ſchwangen ſich die Möven durch die klare, friſche Morgenluft.
„Bindet alle Reffe aus, Rickmann;“ commandirte der Lootſen⸗ commandeur.„Wir können mehr Segel tragen, wie ſie. Holt den Klüver ſtraffer an! ſo— das iſt recht!“
Sie ſegelten längs der Inſel hin, an der Laube vorüber, und hatten jetzt, als ſie dieſen äußerſten Punkt paſſirt hatten, die breite Waſſerfläche vor ſich, die den Nedur von dem Vorgebirge der großen
Inſel trennt, mit der er in der grauen Vorzeit zuſammengehangen
haben mag. Die Entfernung beträgt wohl eine und eine halbe Meile. Die drei Boote, die in kurzen Abſtänden hintereinander ſegelten, waren etwa eine Meile voraus. Von Einholen konnte nicht mehr die Rede ſein, aber das Commandeursbvot war ein ausgezeichneter Segler, und es war, als wüßte es, daß es ſich um Leben und Tod handle— ſo ſchoß es heute, mit dem einen Bord das Niveau des Meeres ſtreifend, durch die Wogen.
„Wir wollen über die Sandbank ſegeln,“ rief der Lootſencomman⸗ deur,„bei dem Wind haben wir Waſſer genug, und wir ſchneiden ſo ein tüchtiges Stück ab. Ree!“
Während ſo der alte Seemann, am Steuer ſtehend, ſich ganz


