Teil eines Werkes 
4. Band (1866) Auf der Düne : Roman / von Fr. Spielhagen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

182 Auf der Düne.

wie er und ſein Beſuch mit einander geſprochen haben, daß er ſich heute Morgen mit dem Herrn Inſpector auf den Hünengräbern ſchießen wolle. Ach, liebe Frau Inſpector, wie ſoll das werden? und das Mädchen rang jammernd die Hände.

Still, Marie; ſagte Clementine,iſt Paul, iſt mein Couſin mit ihnen?

Ja, er iſt ſchon geſtern Abend mit dem Herrn Inſpector nach dem Adler gefahren.

O mein Gott, mein Gott! ſeufzte Clementine. Aber ſogleich faßte ſie ſich wieder und ſagte:Schnell, Marie, laufe nach dem Strand und ſag', gleichviel zu wem, ſie ſollten ein Boot fertig machen.

Das Mädchen war kaum vom Fenſter fort, als Hedda, ſchon vollſtändig angezogen, eilig zur Thür hereinkam.

Schon auf, Clementine? ſagte ſie,ich wollte Dich eben wecken. Papa war dieſe Minute unter meinem Fenſter, und rief hinauf, die Herren hätten eine große Wettfahrt unternommen, er laſſe eben ein Boot in's Waſſer bringen, um ihnen nachzuſegeln, ob wir mit wollten? Aber wie blaß Du biſt, rief ſie, Clementinen, die ſich eilig in ihre Kleider warf, genauer anſehend,Du biſt gewiß nicht wohl. Laſſen wir Papa allein fahren; ich habe ſo keine große Luſt mitzuſegeln.

Nein, nein, wir müſſen mit, rief Clementine.Mach Dich ſchnell fertig, Hedda! Dein Vater darf nicht ohne uns fort! ſag' ihm das, ſchnell, ſchnell! Ich komme im Augenblick nach.

Um Himmelswillen, Clementine, was heißt das? fragte Hedda, durch Clementinens Aufregung und Haſt erſchreckt.

Halte Dich nicht mit Fragen auf, rief dieſe,und thue, wie ich Dir geſagt habe.

Hedda eilte fort.

Clementine war im Begriff ihr zu folgen. Da fielen ihre Augen auf ihren kleinen Knaben, der ruhig in ſeinem Bettchen ſchlummerte. Sie küßte das Kind zärtlich, und die Thränen ſtürzten ihr aus den Augen.Hat er denn gar nicht an Dich gedacht! murmelte ſie.

Sie holte Hedda noch vor dem Strande ein.