Teil eines Werkes 
4. Band (1866) Auf der Düne : Roman / von Fr. Spielhagen
Entstehung
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Auf der Düne. 173

Während Guſtav und Paul, Gerhardt und Hedda miteinander ſprachen, und der Lootſencommandeur, Doctor Deus und der Guts⸗ beſitzer in dem andern Fenſter eine Gruppe bildeten, trat Herr von Elze an Clementine, die auf dem Sopha ſaß, heran, und ſagte mit gedämpfter Stimme:

Sie haben die Güte gehabt, gnädige Frau, die Dispoſition in Angelegenheiten, die ich wohl füglich die meinigen nennen könnte, zu übernehmen. Ich habe darauf mancherlei zu antworten, wozu Sie mir geſtern nicht Zeit ließen. Auf welche Weiſe, befehlen Sie, daß ich Ihnen dieſe Antwort zukommen laſſe?

Wenn Sie meine wohlgemeinten Vorſchläge annehmen, ſagte Clementine,ſo ſcheint mir eine Antwort, vor der Hand wenigſtens, unnöthig. Sollten Sie dieſelben, wider mein Erwarten, nicht billigen, ſo glaube ich, daß Ihr Freund, Herr von Sanzen, Ihr volles Ver⸗ trauen hat, der mir dann gelegentlich Ihre Anſichten mittheilen wird. Für eine längere Unterredung zwiſchen uns wird, fürchte ich, kaum noch Zeit ſein. So muß ich Sie gleich um Entſchuldigung bitten, wenn ich Sie verlaſſe. Ich ſehe, daß dort auf dem Tiſche noch Vieles fehlt, und Hedda ſich um nichts bekümmert.

Sie erhob ſich und ging. Herr von Elze knirſchte mit den Zäh⸗ nen.Das iſt unerträglich; ſprach er bei ſich.Das ſtolze Weib behandelt mich wie einen Schulknaben. Sie ſoll es büßen.

Bald darauf ging man zum Abendeſſen. Die Unterhaltung war ſehr lebhaft. Jeder ſuchte, ſo gut es ihm gelingen wollte, hinter Frohſinn, munterer Laune, Scherz und Lachen ſeine Verſtimmung, ſeine Unruhe, ſeinen Haß oder ſeine Liebe zu verbergen; und mit Ausnahme des Lootſencommandeurs war Keiner in der Geſellſchaft, deſſen Gemüth ganz frei geweſen wäre. Denn was den Gutsbeſitzer und Doctor Deus anbetraf, ſo waren auch ſie, in ihrer Eigenſchaft als Vertraute einer oder der andern der Hauptperſonen, in dem ſelt⸗ ſamen Stücke, das hier aufgeführt wurde, mit beſchäftigt. Auch nah⸗

men die Herren die baldige Abreiſe der Meiſten, und die ſo in kurzem

bevorſtehende Auflöſung der jetzt vereinigten Geſellſchaft, wie es üblich iſt, zum Vorwand, der Flaſche mehr wie ſonſt zuzuſprechen. Die beiden Damen hatten ſich nach Tiſche bald zurückgezogen, da