Teil eines Werkes 
4. Band (1866) Auf der Düne : Roman / von Fr. Spielhagen
Entstehung
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Auf der Düne. 153

„Ich freue mich, eine angenehme Bekanntſchaft erneuern zu dürfen;“ ſagte der Officier, ſich vor den Damen verneigend, zu Hedda.

„Ich ärgere mich, nicht daſſelbe von mir ſagen zu können;“ quäkte der Doctor, und dabei verbeugte er ſich, die Hand auf's Herz legend, ſo tief, daß Paul, der ein ſtiller, aufmerkſamer Beobachter dieſer ganzen Scene war, fürchtete, der Kleine werde im nächſten Augenblick auf ſeinen großen Kopf zu ſtehen kommen.

„Nun, und erinnerſt Du Dich des Lieutenants, Hedding?“ fragte der Lootſencommandeur.

„O, vollkommen;“ ſagte Hedda, tief erröthend.

„Denn Sie müſſen wiſſen,“ fuhr er fort,„daß meine Tochter Sie vorhin mit Ihrem Kameraden Sandberg verwechſelte.“

„Die Aehnlichkeit iſt gerade nicht frappant;“ meinte der Doctor.

Hedda erröthete noch tiefer, wie zuvor.

„Die Verwechſelung iſt ſehr erklärlich,“ ſagte der Lieutenant, „da Sandberg und ich in S. ſtets beiſammen waren, und ich es ſchon längſt gewohnt bin, neben meinem vortrefflichen Freunde über⸗ ſehen zu werden.“

„Wollen wir nicht hineingehen?“ ſagte Clementine.„Unſer Eſſen wird kalt.“

Fünfundzuamigſtes Capitel.

Paul war in dem Muſchelgarten zurückgeblieben und ſah mechaniſch zu, wie drinnen die Geſellſchaft ſich um den Tiſch ordnete. Da kam Hedda an die Thür, und rief:„Wo bleiben Sie denn, Voiſin?“ „Ich komme;“ antwortete Paul, und bei ſich ſprach er:„es muß ſo ſein.“

Der junge Mann hatte während der vorigen Scene eine Ent⸗ deckung gemacht, die auch wohl einem weniger ſcharfſinnigen, aber eben ſo intereſſirten Beobachter nicht entgangen wäre: er hatte das