Teil eines Werkes 
4. Band (1866) Auf der Düne : Roman / von Fr. Spielhagen
Entstehung
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28 Auf der Düne.

er die kleine Schwäche hat, ein Glas Grog lieber zu trinken, als keines, und zwei lieber, als eines; oder die Marotte, jeden Morgen eine Stunde damit zuzubringen, mit einem halben Dutzend engliſcher Raſirmeſſer von allen Formaten jedes Härchen in ſeinem runden, gutmüthigen Geſichte zu vertilgen.

Da haſt Du meineFederzeichnungen, und nun frage ich Dich, ob es wirklich ein Verbrechen iſt, unter dieſen lieben Menſchen ein paar Wochen nun ja, zu vertändeln, wenn Du willſt. Ich geſtehe, ich bin ſterbefaul geweſen in all' dieſen Tagen, und ich würde mich nicht für werth halten, von der Sonne beſchienen zu werden, wäre es anders. Und doch, lieber Freund, bin ich auch wieder recht fleißig geweſen, wie eine Biene emſig vom Morgen bis zum Abend. Die Erinnerung an dieſe ſonnigen Tage ſoll mir ein Zauberſtab ſein, vor deſſen Winken ſich der vüſterſte Januarhimmel aufrollen wird, wie ein Teppich, daß ich auch dann das Weben und Schaffen des großen Geiſtes empfinde, deutlich, wie ich es jetzt empfinde; und zu ihm demüthig und bewundernd, wie jetzt, ſprechen kann:licht iſt das Kleid, das Du anhaſt!.

Fünſtes Capitel.

Wir wiſſen nicht, ob die Bedenken, die der treue Freund gegen Paul'sPagenſtreich hatte, durch dieſen Brief gehoben wurden, oder ob nicht vielmehr ſein ſcharfes Ohr durch das dumpfe Rauſchen der Wogen, für das Paul ſo begeiſtert ſchien, deutlich eine ſüße Mädchen⸗ ſtimme hindurchhörte, deren Melodie auch wohl weniger empfängliche Gemüther bezaubert hätte. Jedenfalls glaubte ſich Paul auf das allerbeſte gerechtfertigt zu haben, und wenn er über des Freundes Be⸗ ſorgniß geſcherzt hatte, ſo war es, weil er nicht den mindeſten Grund ſah, die Sache ernſt zu nehmen. Paul dachte über das Verhältniß der Geſchlechter, über Liebe und Ehe würdiger wie die Meiſten; aber gerade deshalb erſchien ihm alle Aengſtlichkeit in dem Umgange der⸗