Auf der Düne.
„Der Lieutenant—“
„In der Penſionsſtadt etwa?“
„Nein, dort drüben.“
„Jetzt wird mir die Sache bedenklich. Ihr habt doch nicht am Ende noch gar Militär auf dem Nedur?“
„Gott ſei Dank, nein.“
„So iſt er ihr Verlobter und zum Beſuch da?“
„Und wenn er es nun wäre, was geht das Dich an?“
„Ganz und gar nichts. Ich frage nur eben.“
„So eifrig? Nun beruhige Dich; von der Verlobung habe ich noch Nichts gehört, und der Lieutenant iſt eher in Verbannung auf dem Nedur, als zum Beſuch.“
„Nun, bei allen Olympiern! was hat es mit dieſem Herrn von
Elze, dieſem Lieutenant ohne Compagnie, der in Verbannung lebt,
und dabei ganz gemüthlich Duetts mit Fräulein Hedda ſingt, für eine Bewandtniß?“
„Die Sache iſt einfach die. Herr von Elze iſt Artillerie⸗Offizier geweſen, und, wie ich höre, ein ſehr tüchtiger. Plötzlich mußte er ſeinen Abſchied nehmen; warum? weiß Keiner, wenigſtens Keiner von uns. Einige ſagen, wegen eines Duells mit einer ſehr hohen Perſon; Andere, wegen mißliebiger politiſcher Geſinnungen. Da man, wie es ſcheint, ihn anderweitig verſorgen wollte, ſo beſchäftigte man ihn im Steuerfach, und Herr von Elze, der kein Vermögen hat, ließ ſich das gefallen. So kam er denn vor ungefähr einem halben Jahre als Steuerbeamter zu uns. Seine Stelle iſt übrigens eine reine Sinecure, denn ein anderer Beamter beſorgt alle Geſchäfte. Und dann ſoll er bedeutende Connexionen haben, und dürfte es in ſeinem neuen Fach leicht weiter bringen, wie in ſeinem alten.“
„Nun, zund iſt dieſe Perſönlichkeit ebenſo liebenswürdig als ge⸗ heimnißvoll?“
„Mein Mann iſt er eben nicht.“
„Aber Hedda's Mann, meinſt Du, könnte er werden?“
„Das ſcheint Dich ja gewaltig zu intereſſiren.“
„Durchaus nicht. Und wie denkt Clementine über ihn?“
„Hoffentlich gar nicht.“
„


