Auf der Düne.
den Köpfen aneinander rennen, der Bagger und die Schiffe nicht von den Ankern treiben, und man mit einem Worte nach einer ſolchen Sturmnacht noch Alles hübſch beiſammen hat, ſo kann man von Glück ſagen.“
„Aber das muß ja köſtlich ſein!“ rief Guſtav voller Enthuſias⸗ mus,„ſo eine Sturmnacht auf dem Meere iſt ſchon ſeit meinem zwölften Jahre, als ich den Robinſon zum erſten Male las, mein ſehnlichſter Wunſch.“
„Meiner nicht!“ ſagte Guſtav, ſich eine Cigarre anzündend und die Beine von ſich ſtreckend.„Lieber will ich denn doch die Lang⸗ weiligkeit der glatten See, obgleich auch die, wie geſagt, einen ehr⸗ lichen Kerl manchmal zur Verzweiflung bringen könnte.“
„Aber, wenn Du ſonſt nichts zu thun haſt, ſo kannſt Du ja leſen, ſtudiren— die große Cajüte iſt zu einer Bibliothek wie ge⸗ ſchaffen.“
„Das Studiren, weißt Du, iſt nie meine ſtarke Seite geweſen, und die Bücher, denke ich, haben mich von jeher nicht lieber gehabt, als ich ſie.“
„Dann biſt Du wohl oft drüben auf dem Nedur bei Deiner Frau? oder beſucht ſie Dich gar hier auf dem Vogel Rock?“
„Nun, hierher kommt ſie freilich nicht; denn ich würde fürchten müſſen, daß jene braunen Geſellen ihre Weiber und Liebchen nächſtens auch mitbrächten. Und ich kann leider auch nicht ſo oft hinüber, als ich wohl wünſchte. Denn, giebt es hier auch nicht viel zu thun, etwas giebt es immer, und ich habe die Bemerkung gemacht, daß alles Un⸗ heil geduldig wartet, bis ich den Rücken gewandt habe.“
„O weh! ſo ſcheint denn ein nicht unbedeutender Theil der all⸗ gemeinen Langenweile auch auf meine Couſine zu fallen?
„Nun, Clementine hat den Kleinen; und Frauen wiſſen ſich immer zu beſchäftigen— weiß der Himmel, wie ſie's anfangen; und überdies hat ſie ja auch Hedda?“
„Wer iſt Hedda? ihr Mädchen?“
„Nein, des alten Walter's Tochter.“
„Wer iſt der alte Walter?“ „Nun, der Lootſencommandeur.“


