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Auf der Düne. 9
Nacht das Licht der Bake herübergeſchimmert hatte, und das jetzt etwa eine halbe Meile hinker ihnen lag, ſo hätte es eben ſo gut der Rücken eines Wallfiſches ſein können.
Unterdeſſen hatte das Schiff kehrt gemacht, und ſchwamm, die beiden Boote hinter ſich, die ſich an dieſer Stelle ihrer Sandlaſt ent⸗ laden hatten, mit den treibenden Wogen gemächlich der Baggerflottille zu, die halbwegs zwiſchen ihm und dem„Nedur“ lag. Endlich konnte es Paul über ſich gewinnen, den Rufen Guſtav's nach dem Hinterdeck und dem Frühſtückstiſch Folge zu leiſten, und bald ſprach er den guten Dingen, die der alte Steward in geſetzter Eile auftrug, mit einem Appetite zu, der keinem der Gefährten des Odyſſeus, ja nicht einmal dem herrlichen Dulder ſelbſt Schande gemacht haben würde.
„Nun, wie gefällt es Dir auf dem Adler?“ fragte Guſtav.
„Daß es mir nicht beſſer gefallen könnte, wenn es der Vogel Rock in Perſon wäre.“
„Ihr Poeten ſeid ſeltſames Volk!“ ſagte Guſtav lächelnd,„in⸗ deſſen dachte ich proſaiſcher Menſch doch beinahe ebenſo— am erſten Tage.“
„Und kann man ſich jemals an dieſer Pracht und Herrlichkeit ſatt ſehen und hören?“
„Wenn Du, wie ich, Tag aus, Teg ein, und Monate lang die⸗ ſelbe Reiſe von dem Bagger nach jenem Platze, und von dort wieder nach dem Bagger zum, ich weiß nicht wie viel hundertſten Male gemacht hätteſt, würdeſt Du Dich nicht wundern, wenn ich Deine Frage bejahe, oder Du würdeſt ſie vielmehr gar nicht gemacht haben.“
Paul ſah ganz verdutzt d'rein und Guſtav fuhr ruhig fort:
„Denn, ſiehſt Du, was die Arbeit ſelbſt betrifft, ſo iſt ſie, ob⸗ gleich ſcheinbar ſehr complicirt, im Grunde erſtaunlich einfach; und wenn das Wetter gut iſt, ſo geht's eben von ſelbſt.“
„Und wenn das Wetter ſchlecht iſt?“
„So geht's eben gar nicht, und wenn die Prähme nicht mit


