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Dritter Band. 197
lichkeit? war es ein Phantom? war es der alte Baumann auf dem Brownlock geweſen? Oswald hätte es nicht zu ſagen gewußt.
Und wieder flogen Bäume und Häuſer, Hecken und Gärten rechts und links geſpenſterhaft im Mondenſchein an ihm vorüber. Ein Hund fuhr heulend nach Almanſors Hufen. Im nächſten Augenblick ſchon war Alles verſchwunden und unüberſehbare Kornfelder wogten und ziſchelten auf beiden Seiten der Landſtraße⸗
Dann ſchimmerten Lichter herüber, näher und näher. Eine helle Glocke ſchlug einen Schlag an; ſchon ein viertel auf elfl und wieder Häuſer rechts und links, Bäume und Hecken und Gärten. Dann ein dunkles Thor, und dann den Hufſchlag Almanſors auf dem Straßen⸗ pflaſter.
„Wo wohnt der Doctor Braun?“
„Die Straße zu Ende; das letzte Haus links.“
Vor dem bezeichneten Hauſe hielt ein Wagen. Aus der offenen Hausthür und den offenen Fenſtern in den Parterrezimmern ſchim⸗ merte Licht.
„Iſt der Doctor zu Hauſe?“
„Hier!“ ſagte Doctor Braun am Fenſter erſcheinend.„Von wo her?“
„Von Grenwitz. Ich bin's. Eilen Sie; Bruno liegt auf den Tod.“
„Wollte eben hinaus,“ rief Doctor Braun; ſchon in der Thür. „Setzen Sie ſich zu mir. Ich will ſelber fahren. Karl kann Ihr Pferd langſam zurückreiten. Sitzen Sie? ja; dann fort!“
Der Wagen donnerte durch die dunklen Straßen, durch das enge Thor, hinaus in die ſtille Mondnacht, die über Feldern und Gärten, und Wäldern und Wieſen ſo duftig und träumeriſch lag, denſelben Weg, den Oswald vor wenigen Minuten gekommen war. Die kräf⸗ tigen Pferde des Doctors griffen mächtig aus, ſchon waren ſie wieder auf der Haide.
Es war nicht viel geſprochen worden von beiden Seiten. Os⸗ wald hatte von Bruno's Krankheit, wie es der Laie pflegt, Bericht erſtattet, auf Nebendingen verweilend, und das Wichtigſte auslaſſend.


