Dritter Band. 187
plötzlich von den Kronleuchtern abgewandt hatte, und daß die Augen des jungen Edelmannes mit einem Ausdruck, der ihm durchaus nicht gefiel, auf ihm hafteten.
Im nächſten Moment ſtand ein anderes Paar auf der Stelle.
„Haſt Du Deinen alten Anbeter nicht geſehen, Emilie?“ ſagte Cloten.
„Wen?“
„Dort drüben, den Doctor Stein. Er ſtand vorhin dicht hinter uns.“
„Ach da!— meinen alten Anbeter? Du biſt wohl toll, Arthur!“
„Nun, nun! ſei nur nicht bös! ich glaube ja kein Wort von der ganzen Geſchichte. Aber um Himmelswillen, ſieh doch nur! Er ſpricht jetzt mit Helene Grenwitz; ſie giebt ihm eine Roſe. Nein, da hört doch aber Alles auf! wahrhaftig, Alles!“
„Ich ſagte Dir ja, daß die Beiden vollkommen einig ſeien. Er ſticht Euch Alle aus.“
„Wahrhaftig— es iſt ſtark! aber ich habe dafür geſorgt, daß die Geſchichte unter die Leute kommt.“
„Was haſt Du gethan?“
„Nun, ich habe weiter erzählt, was Du mir vorhin unter dem Siegel der Verſchwiegenheit mittheilteſt. Der ganze Saal weiß es ſchon, ha, ha, ha!“
„Aber das hatte ich Dir nicht erlaubt.“
„Ich glaubte in Deinem Sinne zu handeln. Herr Stein wird es bereuen, wenn er ſich nicht ſchlennigſt mit ſeiner Roſenknospe entfernt.
„Was haſt Du vor?“
„Ich nicht allein; wir wollen dem Burſchen ſeinen Standpunkt klar machen. Es wird eine gottvolle Geſchichte, wahrhaftig! Ich er⸗ zähle ſie Dir nachher. Ha, ha, ha!“
Der glückliche Bräutigam führte ſeine Braut, da der Tanz zu Ende war, nach ihrem Platz zurück und wandte ſich zu von Sylow, der auf ihn zukam.
„Haſt Du geſehen, Cloten?“
„Na ob!“


