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Problematiſche Naturen. hier wie überall die ſchlimmſten Flecken des Bildes gutmüthig ver⸗ tuſchte.
Es that ihm leid, daß er ſich von ſeiner Gemahlin das Ver⸗ ſprechen hatte abnehmen laſſen, in dieſer Angelegenheit nicht ſelbſt⸗ ſtändig handelnd aufzutreten. Es kam ihm vor, als ob er ſich mit dieſem Verſprechen doch übereilt habe, und auf jeden Fall hielt er dafür, daß eine geſchickte Sondirung, wie denn Helene ſelbſt in die⸗ ſem Punkte denke, kein Bruch des Verſprechens ſei. So ſagte er denn, nachdem ſie eine Weile ſchweigend nebeneinander hergegangen waren, ihren Arm in den ſeinen legend:
„Wie befindeſt Du Dich, meine Tochter?“
„Ich danke, Vater, gut; weshalb?“ erwiederte Fräulein Helene, etwas überraſcht über dieſe plötzliche Frage.
„Ich dächte, Du ſäheſt etwas blaß aus.“
„Das kommt nur von der ungünſtigen Beleuchtung hier unter den grünen Bäumen,“ antwortete das junge Mädchen heiter;„ich befinde mich aber wirklich ganz wohl.“
„Ich fürchtete immer, der plötzliche Wechſel der Luft, der Lebens⸗ weiſe, des Umgangs würde Dir ſchädlich ſein. Du biſt zu lange vom Hauſe fortgeweſen.“
„Das iſt nicht meine Schuld, lieber Vater.“
„Ich weiß es wohl, ich weiß es wohl; aber meine Schuld iſt es auch nicht; ich habe ſtets der Abkürzung der Penſionszeit das Wort geredet, aber—*—
„Nun, ich bin ja endlich hier und wir wollen das Verſäumte möglichſt nachholen. Wir wollen recht viel zuſammen ſpazieren gehen; ich will Dir aus Deinen Lieblingsbü vorleſen; es ſoll ein rei⸗ zendes, ſtillvergnügtes Leben werden,“ und das junge Mödchen nahm die Hand ihres Vaters und führte ſie an ihre Lippen.
„Du biſt ein gutes liebes Kind,“ ſagte der Baron und ſeine Stimme zitterte etwas:„gebe Gott, daß ich S Deiner noch 1 lange zu erfreuen habe.“ 3
„Aber, beſter Vater, ſchon wieder ſolche ypochonveiſch Ge⸗ danken! Du biſt ja jetzt, Gott ſei Dank, wieder ſo rüſtig, wie immer. Weshalb ſollten wir nicht noch lange glücklich zuſammen leben!“


