Teil eines Werkes 
3. Band, Problematische Naturen : Roman : 3. Band (1866)
Entstehung
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20 Problematiſche Naturen.

daran? wer hatte die Scene im Garten der Villa Serra di Falco arrangirt? ich oder Sie?

Wie? ſagte der Baron ſtehen bleibend; ſind Sie wirklich ein ſolcher Neuling in der Liebe, daß ich Ihnen in allem Ernſt die Er⸗ klärung zu dieſer Farce geben muß? Glauben Sie wirklich, daß ich dem doch ſonſt ſo leicht nichts entgeht Sie nicht ſchon länger hinter den Myrtengebüſchen bemerkt hatte, ehe ich zu Hortenſe's Füßen ſank, und die Sonne, obgleich ſie untergegangen war, und den Mond, obgleich er nicht ſchien, und die Sterne, die es beſſer wußten, zu Zeugen meiner heißen Liebe anrief? das hätten Sie auch nur einen Augenblick für Ernſt gehalten?

Was war es denn?

Eine Allegorie. Ich wollte Ihnen zeigen: ſieh! dies bleibt mir übrig, wenn Du meine Liebe verſchmähſt! Du zwingſt mich, der ich immerdar vor einer Heiligen anbeten möchte, in den Armen einer Buhlerin Vergeſſenheit zu ſuchen. Melitta, Melitta, geſtehe es! Du wußteſt recht gut, daß dies eine Farce war; aber es war Dir be⸗ quem, ſie für Ernſt zu nehmen. Du wollteſt von mir befreit ſein, ſelbſt um den Preis eines Mißverſtändniſſes!

Und wenn dies mein Wille geweſen wäre, und ich will an⸗ nehmen, es war mein Wille iſt es nicht des Mannes Pflicht, den Willen einer Frau, noch dazu einer Frau, die er liebt, zu ehren?

Habe ich es nicht gethan? bin ich nicht noch in derſelben Nacht auf ein Wort, ja auf einen Wink hin, abgereiſt, bin ich nicht drei lange Jahre wie Ahasver ruhelos durch alle Lande geirrt, und habe ich, als ich dann endlich zurückkehrte zurückkehrte, weil mir eine Ahnung ſagte, daß Dir ein Unglück bevorſtände nicht jede Ge⸗ legenheit, mit Dir zuſammenzutreffen, ſorgfältig vermieden? war es mein Wille, daß ich Dich auf dem Balle in Barnewitz traf? iſt es mein Wunſch geweſen, der uns hier zuſammenführte? Nein, Melitta, Du kannſt nicht über mich klagen. Ich habe meine Liebe zu Dir lange, lange Jahre denn ich liebe Dich, ſeitdem ich denken kann, ſeitdem ich weiß, daß Nachtigallengeſang und Sonnenſchein und Wogenrauſchen köſtlich ſind tief verſteckt im Herzen getragen; und wenn ich einen Augenblick thöricht genug war, die Hoffnungsloſigkeit