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Zweiter Band. 189
Reiſe und was ſich bei der Ankunft zugetragen, Alles ausführlich be⸗ richtet iſt.“ Der alte Mann hatte den Zügel über den Arm gehängt und ging neben Oswald her, der ſeine Schritte beeilte, um möglichſt bald nach Grenwitz und auf ſein Zimmer zu kommen.
„Die gnädige Frau— Gott behüte ſie,“ ſagte der Alte,„iſt mit Herrn Bemperlein nach Verlauf von drei Tagen glücklich an Ort und Stelle angekommen. Herr Bemperlein hat ſich ſogleich mit Doctor Birkenhain in Vernehmen geſetzt und erkundet, daß Herr von Berkoi noch lebe, auch noch immer ſeiner Beſinnung nicht mächtig, auch ſo ſchwach ſei, daß man ſtündlich ſeiner Auflöſung entgegenſehe. Das hat nun ſo gedauert bis zum Tage vor dem Abgang des Briefes, allwo die gnädige Frau in Begleitung des Herrn Bemperlein und des Herrn—“
Der Alte unterbrach ſich und huſtete.
„Nun, weſſen?“ fragte Oswald, deſſen Verdacht in Betreff des
Barons Oldenburg wieder erwachte.
„Nun, des Herrn Doctors natürlich, weſſen ſonſt,“ ſagte der Alte;„ja, was wollte ich doch gleich ſagen, Sie haben mich durch Ihre Frage ganz aus dem Contert gebracht— richtig: alſo in Beglei⸗ tung des⸗ trrn Bemperlein und— hm, hi! des Herrn Doctors auf wenige Minuten nur bei dem Herrn Baron geweſen ſind. Sr hat ſie nicht erkannt, und der gnädige Herr ſoll ſich ſo verändert haben, daß er der gnädigen Frau, wie ſie ſelbſt geſagt hat, wie ein voll⸗ kommen fremder unglücklicher Mann erſchienen iſt. Geſprochen hat er auch ein paar Worte, von denen aber kein einziges zu verſtehen geweſen iſt. Dann ſind ſie wieder fortgegangen, und alsbald iſt der gnädige Herr wieder in ſein Bett zurückgeſunken und in tiefen Schlaf gefallen und der Doctor meinte, das werde wohl nun bis zu ſeinem Ende ſo fortgehen,— welches denn der Herr Gott in ſeiner Gnade recht bald möge eintreten laſſen, damit der arme Mann von ſeiner Qual befreit iſt und die arme gnädige Frau endlich einmal wieder frei aufathmen kann!“
„Amen;“ ſagte Oswald.
„Denn ſehen Sie, junger Herr,“ fuhr der Alte fort,„die gnä⸗ dige Frau hat nicht viel Freude gehabt ihr liebes Leben lang, und das thut mir weh, denn ich habe ſie lieb, als wäre ſie mein eigenes


