Teil eines Werkes 
2. Band, Problematische Naturen : 2. Band (1866)
Entstehung
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2 Problematiſche Naturen. des Zimmers führte, das Miauen einer Katze, dem ſofort das laute zornige Kläffen eines Hundes folgte. Dieſe Töne waren im Schloſſe Grenwitz, wo weder Hunde noch Katzen geduldet wurden, etwas ſo Unerhörtes, daß die im Zimmer Befindlichen ſich erſtaunt anſahen⸗ „Was bedeutet denn das?“ ſagte der Baron aufſtehend und die Thür öffnend. „Ah, ſieh da, Herr Baron!“ ertönte eine helle, klare Stimme. „Es iſt Herr Timm!“ ſagte dieſer zu den im Zimmer Befind⸗ lichen zurückgewandt, und dann zu Dem draußen: „Wollen Sie nicht näher treten, Herr Geometer?“

Fünftes Capitel.

Der, welcher dieſer Aufforderung des Barons ſofort folgend, in das Zimmer trat, war ein junger Mann von vielleicht fünfundzwan⸗ zig Jahren, obgleich die friſche Farbe ſeines hübſchen bartloſen Ge⸗ ſichtes ihm kaum dem Jünglingsalter entwachſen erſcheinen ließ. Der wohlgeformte Kopf war mit einem ſchlichten, blonden Haar be⸗ deckt, das lang genug war, um nach hinten geſtrichen zu werden, und die weiße Stirn frei zu laſſen, die keck und feſt ſich über einem Augenpaare wölbte, deren Farbe, ſo weit man es durch die Gläſer der Brille, die der junge Mann trug, erkennen konnte, ein mattes Blau war. Seine Geſtalt war mittelgroß, aber breitſchultrig und ſein gedrungener, muskulöſer Körper augenſcheinlich zur Ertragung von Strapazen aller Art ausnehmend geeignet. Auf ſein⸗ Aeußeres ſchien der junge Mann ſehr wenig zu geben. Seine Kleidung beſtand aus einem hellen Sommerrock von zweifelhafter Farbe, der ſchon manchen Sturm erlebt zu haben ſchien, und aus Beinkleidern von demſelben Stoff und derſelben Farbe und Beſchaffenheit. Seine Wäſche war, als ſie aus den Händen der Wäſcherin kam, jedenfalls reiner geweſen. Seine Haltung entſprach ſeiner Kleidung, das heißt, ſie war weniger klegant als bequem, und hatte noch das mit jener