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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Frau zu Füßen und rief ſchluchzend: Ach! verſtellen ſich die gnädige Frau doch nur nicht! es iſt ja nun Alles aus!

Auch Du, Dörthe?

Ach, gnädige Frau, was ſoll der Menſch thun, wenn ſchon der Kabelmann kommt und ſagt: der Herr Aſſeſſor werde ſelber kommen!

So wird er auch wieder gehen, Dörthe!

Aber mit wem? mit dem guten Herrn! ach, Gott! ach, Gott! die gnädige Frau glauben gar nicht, wie gut der iſt!

Woher kennſt Du ihn denn, Dörthe? aber erſt ſteh' einmal auf, und Du brauchſt auch nicht ſo laut zu ſchreien.

Ich bin ja ein Woldomer Kind, gnädige Frau, ſchluchzte Dörthe, ſich von den Knieen erhebend, ein Steuermanns⸗ kind, gnädige Frau von einem von ſeinen Schiffen mein Vater iſt von der Segelſtange über Bord geſchlagen, und meine Mutter hatte noch ſechs Kinder, lauter Jungens und wir wären Alle verhungert, blos daß der Herr Senator für uns ſorgte und die Jungens in die Lehre that oder Schiffer wer⸗ den ließ und ſie find jetzt alle gut zu Wege, und vier ſind auch verheiratet und ich war das Neſtküken und viel jünger juſt ſo alt als er; und wir haben ſo oft zuſammen geſpielt, als wir klein waren: hier auf dem Hofe und auf dem Markt und auf der Ballaſtkiſte am Hafen und Steuermannskind oder Senatorkind das war Alles ganz gleich; und hat ſich herumgehauen mit den Jungens, daß es eine richtige Art hatte, blos daß er immer der Stärkſte war, wofür er doch nichts konnte; aber uns Mädchen nahm er im⸗ mer in Schutz, und zu mir hat er einmal geſagt: Heiraten kann ich dich nicht, Dörthe; aber wenn du heirateſt, will ich dir eine Ausſtattung geben; und ich denke: er hat das längſt vergeſſen; aber als ich mich um Oſtern mit Chriſtian Schulten verlobe,