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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Aber da ſtand die Gnädige bereits auf der Schwelle, lächelnd wie ein Maienmorgen, und rief mit einer Stimme, die gütig und befehlend zugleich klang:

Nun muß ich Euch im letzten Augenblick noch eine Welt von Arbeit machen, Ihr lieben Leute! Da läßt mir vorhin der Herr Doktor ſagen, daß die jungen Herren, die bei heißt es nicht Ihlefeldt? richtig: Mutter Ihlefeldt Sie wiſſen ja,

ſebelow! Alſo: Sie gehen ſofort hin, und eine Empfehlung von dem Herrn Doktor, er ließe um Entſchuldigung bitten, daß er ſie ſo lange habe warten laſſen. Sie möchten nun in einer halben Stunde kommen; und Sie führen ſie ganz ſtill in den Speiſeſaal ich ſage dann weiter Beſcheid. Und, Nebelow, die Löffel da bringen Sie wieder hin es iſt ja wol kein großer Umweg, denn Sie müſſen ſehr bald wieder hier ſein ſo! Und Sie, liebe Frau Uelzen, decken unterdeſſen anſtatt

für fünf, wie Sie bereits gethan, für fünfzehn ſo weit Sie damit kommen; hernach kann Ihnen Nebelow helfen und auch meine Liſette ſie verſteht ſich vortrefflich darauf was Sie von Silberzeug brauchen, nehmen Sie aus dem Buffet! ich habe auch meine kleinen Ueberraſchungen für den Herrn gehen Sie nur! Und Sie, liebes Kind Dörthe? nicht wahr? wie weit ſind Sie mit dem Abendbrot? und was haben Sie? ein, zwei Braten? ei, das wird ſchon reichen.

Die gnädige Frau hatte die Thür zum Bratofen aufge⸗ macht und hineingeſchaut; aber Dörthe, die, während die bei⸗ den Anderen die Küche verlaſſen, in ſtarrer Verwunderung keinen Blick von der gnädigen Frau verwandt hatte und ihr jetzt am Heerde gegenüberſtand, ſah, wie ihr trotzdem ſie ſo friſch und luſtig ihre Befehle gegeben die großen braunen Augen voll heller Thränen ſtanden. Der Anblick war zu viel für Dörthe's Herz. Sie lief um den Heerd herum, fiel der gnädigen