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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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als er zur Regierung kam, mit nicht ganz reinem Gewiſſen und jeſuitiſcher Schlauheit den Laden ſelbſt in das ſchmale Rat⸗ hausgäßchen verlegte— hat's da hangen laſſen bis zu jener Nacht! Und ſprach zu mir, hier in dieſem Zimmer, an jenem Tiſch, der voll leerer Flaſchen ſtand, und ſchon nahte die dumpfe Geiſterſtunde: Hans, ſprach er, ſie wiſſen noch immer nicht in dem Hauſe mit den Spiegelſcheiben und den blumengeſchmück⸗ ten Balkonen dort unten in der heiligen Stadt am flutenreichen Rhein, daß hier in Woldom an der Oſtſee Strand jede Höker⸗ frau ihr Lot Kaffee und jeder Matroſe ſeinen Priem und jeder Schuſterjunge ſeinen ſalzen Häring bei dem Könige von Woldom holt.— Nun? ſage ich.— Sie heiratete mich nicht, wenn ſie das wüßte.— Laſſen Sie ſie laufen! ſage ich.— Gnädige Frau, rechnen Sie mir den gräßlichen Frevel nicht an: ich hatte Sie noch nicht geſehen!— So lächelte er denn auch nur ver⸗ ächtlich; und nun kam die Geſchichte ſeiner Leiden: wie er Gott gedankt, daß Sie wenigſtens über ſeinen Namen— er iſt jetzt auch der Ihrige, gnädige Frau, und„was uns Roſe heißt, wie es auch hieße“— und ſo ſage ich weiter nichts. Und wie er nicht den Mut gehabt, zu dem ominöſen Namen— Sie verſtehen mich, gnädige Frau— auch noch gleichſam die That zu fügen; und wie er weiter gefrevelt, indem er Tag auf Tag und Woche auf Woche vergehen ließ, ohne zu beichten, was, wie er feſtiglich glaube, ihn, wenn nicht vor Ihren eigenen gött⸗ lichen Augen, ſo doch vor denen Ihrer Verwandten und Freunde unwöglich machen werde; und wie er nun weiter freveln müſſe und freveln werde— er wiſſe es— bis zu dem Momente, wo Sie, über den alten Marktplatz heranfahrend, das Schild ſehen würden— ſo kommen Sie in der Nacht! ſagte ich.— Mir würde es durch das tiefſte Dunkel, wie Flammenſchrift,

entgegendrohen!— Gnädige Frau, ſeien Sie mir nicht des⸗