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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Was iſt es? fragte Aennchen, der trotz der tollen Deklama⸗ tion des Hans das Herz unruhig zu ſchlagen begann; ich will es wiſſen!

Sie wollen— wollen es wirklich? Nun denn, gnädige Frau, treten Sie gütigſt ein paar Schritte zurück, Sie finden ſonſt nicht die große Perſpektive, auf die es berechnet iſt! Hier kniee ich— jetzt nicht mehr für mich ſelbſt— es iſt für meinen lieben Herrn;— o jämmerliches Los der Könige!— Sie ſehen von den Geheimniſſen der Majeſtät durch meine Hand den Schleier weggezogen.

Er hatte knieend die Tafel auf die lange Kante geſtellt.

Was heißt das?ꝰ fragte Aennchen.

Mein Gott! mein Gott! die Buchſtaben ſind doch groß ge⸗ nug! murmelte Hans zwiſchen den weißen Zähnen.

Ich meine, ſagte ſie, was bedeutet dieſer Scherz?

Hans ließ die Tafel fallen, aber nach rückwärts, daß die Inſchrift oben blieb, ſprang mit beiden Beinen zugleich auf die Füße und rief:

Scherz nennen Sie das, Scherz? gnädige, grauſame Frau! — Scherz? was meinem guten Herrn faſt das Herz gebrochen? Scherz, um deſſen willen er ſeinen treuſten und liebſten Knap⸗ pen beinahe erſchlagen? Scherz, gnädige ahnungsloſe Frau? haben Sie denn das Datum nicht geleſen in der linken Ecke: 16547 und das Pendant in der anderen: renovatum 18547 Renovatum! gnädige Frau, das heißt erneuert— wiederherge⸗ ſtellt, aufgefriſcht— durch den alten Herrn Senator Lebrecht den Achten, König von Woldom, der auf dem Sterbebette Lebrecht den Neunten, wenn ihm an des Vaters Segen, der den Kin⸗ dern Häuſer baut, gelegen ſei, beſchwor, er ſollte es hangen laſſen, wie es gehangen ſeit zwei Jahrhunderten— dort unter jenem Fenſter. Und Lebrecht der Neunte— wenn er auch,

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