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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Hier hatte Hans die größte Luſt, in ein unbändiges Ge⸗ lächter auszubrechen; aber vor den ſchönen leuchtenden Augen, die ihm die Worte von den Lippen zu trinken ſchienen, nahm er ſich zuſammen und ſagte mit ſcheinheiliger Miene: Gott, gnädige Frau, es iſt wirklich zu verführeriſch, wenn man Einen ſo recht gründlich anführen kann. Hören Sie nur, gnädige Frau! Ich bin alſo bereits ſeit drei Tagen wieder hier in Wol⸗ dom, verſteckt bei meinem Freunde, dem Kapitän Martin, der mich auch in der Nacht, als ich den Salto mortale aus dem Fenſter in den Garten that und dann an dem alten Birnbaum

über die Mauer kletterte— eine meiner ſchönſten Leiſtungen,

gnädige Frau, die mir ſo leicht Keiner nachmacht— auf ſein Schiff genommen, das im Hafen lag und noch in derſelben Nacht nach Stettin fuhr. Und der Martin— die gute Seele — hat auch mein Geheimniß treu bewahrt; an Geld hat es mir, wieder durch Martin, auch nicht gefehlt, und— unter uns, gnädige Frau— ich wäre auch gewiß ſo bald noch nicht wiedergekommen, wenn es mit der Schauſpielerei nicht ſo einen Haken hätte; und das wird Jeder finden, gnädige Frau, der, wie ich, ſechs Wochen lang mit ſo einer Geſellſchaft— Schmiere nennen ſie's, gnädige Frau, und— mit Ihrer Erlaubniß— es iſt auch eine— von Städtchen zu Städtchen, von Dorf zu Dorf bei dieſem gräßlichen Herbſtwetter im lieben Pommer⸗ lande umherzieht. Vor acht Tagen führte uns der Stern, wel⸗ cher unſerem armen Thespiskarren die grundloſen Wege leuch⸗ tete, bis hier in die Nähe von Woldom; und war's nun Reue, welche bei mir zum Durchbruch kam, war's Sehnſucht nach meinem lieben Herrn und nach dem alten Berufe und dem al⸗ ten Hauſe, war's, daß ich in meines Geiſtes⸗Ang' bereits die ſchöne junge Herrin ſah, die ja nun bald in das alte Haus kommen mußte und mir bitten helfen würde, wenn meine ei⸗