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Der Schlüſſel ſtak im Schloß.
Und wieder ſchmetterte der Sturm jenen fürchterlichen Ton durch das Fenſter, in deſſen unmittelbarer Nähe ſie ſich jetzt befand,— die gelbe Gardine ſchwankte hin und her, als ob Je⸗ mand, der dahinter ſtehe, ſie bewegte— in dem Schrank klap⸗ perte es, als wenn Knochen aneinander raſſelten. O mein Gott, hilf mir!
Die Thüren ſprangen auf, beide auf einmal. In demſel⸗ ben Momente glitt ein großer Gegenſtand unmittelbar an ihr vorüber und ſchlug mit dumpfem Tone weithin auf den dicken Teppich. Es mochte ein großes Bret ſein, das ſich von der Thür losgelöſt hatte, oder was es war. Sie achtete deſſen nicht, ſo wenig wie ſie die Gefahr bemerkte, der ſie entgangen. Sie achtete auch der Gegenſtände nicht, die da in langen Reihen auf den Regalen ſtanden, welche die rechte Hälfte des Schrankes von unten bis oben anfüllten: der hohen Leuchter, der prächti⸗ gen Vaſen, der glitzernden Haufen von Löffeln und Meſſern und Gabeln, der blinkenden Becher und Kannen, der mächti⸗ gen Bowle— eines Königs Geſchenk in dieſem königlichen Schatz— was galt ihr das jetzt! dort links in dem großen, leeren Raum, in einer der tiefen Ecken, wohin nicht einmal der Schein des Lichtes drang— wenn da in der grauen Däm⸗ merung der geheime Gang ſich aufthat, wenn ſie dort weiter irrte, tappte— nie wieder den Ausgang zum Tage zu finden aus der Schaudernacht— hilf mir! hilf mir!
Sie war bis zur entgegengeſetzten Seite gelangt,— es war keine Oeffnung— glatte, mit einer höchſt altertümlichen Tapete beklebte Wände, an denen auf Holzregalen mancherlei Gerät lag und hing: ein paar wunderliche Sättel, mit Silber beſchlagenes Zaumzeug, Peitſchen, Schlittſchuhe in den ver⸗ ſchiedenſten Formen, Netze und Angelruthen, Jagdflinten mit


