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Uelzen's hielt, bis eine Stimme, welche nicht Frau Uelzen's Stimme war, ſagte: Was iſt dem Mädchen?
Dörthe blieb auf den Knieen liegen und rief, die gefalteten Hände zur jungen gnädigen Frau emporſtreckend, unter krampf⸗ haftem Schluchzen:
Ich kann nichts dafür, gnädige Frau; ich hab' mich ge⸗ wehrt, ſo lange ich konnte, und immer geſagt: es iſt eine Sünde und eine Schande, ſo was von unſerem Herrn zu erzählen, und ich glaub' es ja auch nicht, gnädige Frau! ich glaub' es wahrhaftig nicht!
Steh' auf, liebes Kind! ſagte Aennchen.
Das Mädchen hob ſich von den Knieen und trat an den Heerd, der gnädigen Frau halb den Rücken zukehrend, ſo gut es. ging ihr Schluchzen unterdrückend und in ſchrecklicher Verlegen⸗ heit, was ſie erwidern ſolle, wenn die gnädige Frau ſie nunfragte: weshalb ſie ſo geſchrieen habe? und was ſie denn nicht glaube?
Aber die gnädige Frau ſchien weiter keine Notiz von ihr zu nehmen, ſondern fragte— mit ganz ruhiger Stimme, wo⸗ rüber ſich Dörthe ſehr wunderte— ob es öfter in der Küche rauche? und was das für Löffel da in dem Kaſten wären? und wer Befehl gegeben, die Löffel zu holen? worauf denn Frau Uelzen antworten mußte, daß ſie es gethan, weil der Herr fortgefahren wäre, ohne etwas zu hinterlaſſen, und ſie die gnädige Frau nicht habe ſtören wollen, und die gnädigen Herr⸗ ſchaften doch nicht ohne Löffel eſſen könnten.
Auch darauf erwiderte die gnädige Frau nichts Beſon⸗ deres, ſondern fragte nur: ob ſchon gedeckt ſeid und für wie vieled Frau Uelzen möchte ſo freundlich ſein und ſie nach den Fremdenzimmern führen, die ſie doch vorher ſehen wollte, be⸗ vor die Eltern kämen, wenn ſie auch im Voraus überzeugt ſei, daß es an nichts fehlen werde.


