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Das Skelet im Hause : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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ferdamm, und im Herbſt ſcheiterte die Anna⸗Maria, und die ganze Mannſchaft ertrank und Herr Fliederbuſch mit— der Vater, meine ich— und da kam ja auch wol noch im Winter der Junge zu uns in's Haus; ſechs Jahre iſt es, und er war damals vierzehn und würde alſo jetzt zwanzig ſein, wenn—

Iſt er denn todt? rief Aennchen erſchrocken.

Frau Uelzen warf einen kläglichen Blick nach der Zimmer⸗ decke. Ja, gnädige Frau, das iſt es ja eben, daß kein Menſch das weiß und worüber ſie ſich die Köpfe zerbrechen. Denn es kannte ihn alle Welt, und Hans Fliederbuſch hier und Hans Fliederbuſch dort— er hieß nämlich Hans, gnädige Frau, und war ein richtiger Hans Dampf in allen Gaſſen, obgleich er im Geſchäft ſoweit ganz tüchtig geweſen ſein ſoll, ſagen ſie— jetzt wenigſtens, wenn ich auch früher manchmal die Herren ganz anders über ihn habe ſprechen hören, und daß ſie ſich wundern müßten, wie unſer Herr ein ſo großes Vertrauen in einen ſo jungen windbeuteligen Menſchen ſetzen könne. Na, gnädige Frau, das verſtehe ich nicht, und ich habe es ihm immer ge⸗ gönnt, wenn der Herr ihn viel öfter bei ſich zu Tiſch hatte, als die Anderen, und mit ihm im Sommer baden ging während der Geſchäftszeit, und im Winter Schlittſchuh mit ihm lief oder hinten im Garten nach der Scheibe ſchoß; und hat ihn ja auch vor drei Jahren mit nach London genommen und im vori⸗ gen Jahre nach Paris, damit er die Welt kennen lerne, ſagte der Herr, wenn auch Nebelow ſagte: damit er da die Maul⸗ affen feil habe, die er hier in Woldom nicht anbringen könne. Das iſt gewiß recht deſpektirlich von Nebelow, gnädige Frau; aber die gnädige Frau muß wiſſen, wie die Leute ſind, und es iſt ja meine FPflicht, nach dieſer Seite nichts zu verſchweigen. Der Nebelow nämlich, gnädige Frau, der war richtig eiferſüch⸗ tig auf den Herrn Fliederbuſch und ſchimpfte noch am letzten